EU: Milchverband pocht auf Lieferverzicht

Das European Milk Board (EMB) hat mit Nachdruck an die EU-Kommission appelliert, sofort den freiwilligen Milchlieferverzicht gegen Entschädigung zu aktivieren. Durch die stark steigende Milchproduktion in Europa drohe ein Preiskollaps; die Entwicklung gehe weit über normale Marktschwankungen hinaus.

AgE |

Am europäischen und globalen Milchmarkt sei eine neue Eskalationsstufe erreicht, erklärte der Dachverband Ende April in Brüssel. Die Milcherzeugung sei sehr stark gestiegen und lege weiter zu. Die Rekordproduktionsmengen trieben Europa in den nächsten Preiskollaps. Eine solche Entwicklung liege deutlich ausserhalb normaler Marktschwankungen und führe direkt in eine neue schwere Krise.

Laut EMB blockieren einige grosse Produktionsländer, darunter Deutschland, jedoch ein entschlossenes Handeln. Der Verband sieht im Lieferverzicht das entscheidende Instrument, um Mengen zu begrenzen, Preise zu stabilisieren und jungen Landwirten eine Perspektive zu geben.

Einige Länder blockieren

Laut EMB wird die Dramatik der Lage in vielen Mitgliedstaaten bereits erkannt. Dennoch blockierten einige wichtige Produktionsländer weiterhin ein entschlossenes Handeln auf europäischer Ebene. «Wer jetzt noch zögert, nimmt bewusst in Kauf, dass die Preise erneut abstürzen und Betriebe massenhaft aufgeben müssen», warnte EMB-Vizepräsident Boris Gondouin in Richtung Deutschland, Frankreich und Dänemark. Diese Länder müssten endlich Verantwortung übernehmen und sich klar für die Aktivierung des freiwilligen Lieferverzichts einsetzen.

Nach Ansicht des EMB ist der freiwillige Lieferverzicht das zentrale Instrument, um die Milchmengen zu stabilisieren und einen weiteren Preisverfall zu verhindern. Die Mengen müssten runter, um für stabile Erzeugerpreise zu sorgen, so der Verband. Nur so könne man Perspektiven für die nächste Generation von Landwirten sichern. Schon jetzt gäben immer mehr Betriebe auf. Besonders junge Erzeuger hätten keine Perspektive, wenn Märkte dauerhaft instabil blieben und die Preise sich unter den Produktionskosten bewegten.

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