
Seit Freitag gelten für Milchprodukte aus der EU Aufschläge in Höhe von 7,4 bis 11,7 Prozent beim Import nach China.
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Die EU kritisiert die chinesischen Zölle auf diverse Milchprodukte aus den Mitgliedsländern als ungerechtfertigt. Obwohl China die Zölle erheblich gesenkt habe, «halten wir diese Massnahmen für ungerechtfertigt und unbegründet», sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Freitag, so Martin Brückner von Infosource (MBI).
China hatte am Donnerstag seine bislang vorläufigen Zölle auf Milchprodukte aus der Europäischen Union für fünf Jahre verlängert, die Zollsätze dabei jedoch deutlich reduziert.
China begründet die Zölle mit Dumping aufgrund staatlicher Subventionen – darunter wird in der Regel verstanden, wenn Güter auf einem ausländischen Markt zu einem Preis unterhalb ihrer Herstellungskosten verkauft werden. Die Untersuchung zum Dumpingvorwurf hatte Peking im August 2024 eingeleitet. Das galt als Reaktion auf damals angekündigte Zusatzzölle der EU auf chinesische Elektroautos.
Kritik auch aus Frankreich
Auch die französische Regierung äusserte sich am Freitag unzufrieden: Die Absenkung der Zollsätze auf Milchprodukte sei «unzureichend», erklärten Aussenminister Jean-Noël Barrot und Aussenhandelsminister Nicolas Forissier.
Die nach wie vor erhobenen Aufschläge «benachteiligen unsere Erzeuger und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Exporte auf einem strategisch wichtigen Markt».
Deutlich tiefere Zollsätze
Seit Freitag gelten für Milchprodukte aus der EU Aufschläge in Höhe von 7,4 bis 11,7 Prozent beim Import nach China.
Betroffen sind eine Reihe von Produkten, darunter Frisch- und Schmelzkäse, Blauschimmelkäse sowie bestimmte Milch- und Rahmsorten. Zuvor hatten die Zölle seit Dezember bei 21,9 bis 42,7 Prozent gelegen.