Die EU-Kommission will nach der letztjährigen Epidemie mit dem Darmkeim EHEC schneller vor Gesundheitsrisiken in Lebens- und Futtermitteln warnen. Unter anderem plant sie auch eine neue Online-Meldeplattform.
Mit systematischen Praxistests will die EU-Kommission nach der letztjährigen EHEC-Epidemie ihr Frühwarnsystem auf die Probe stellen. Damit soll sichergestellt werden, dass Gesundheitsrisiken bei Lebens- und Futtermitteln schnellstmöglich über die Grenzen des betroffenen Landes hinaus bekannt und behoben werden, teilte die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mit.Das Ziel sei, künftig bei ähnlich gelagerten Fällen die Kommunikation zwischen den nationalen Behörden und Mitgliedstaaten zu verbessern. Die Schweiz ist bei den EU-Frühwarnsystemen nicht dabei. Sie erhält die Informationen aber meist auf indirektem Weg.
Online-Meldeplattform
Als Lehre aus der Krise von 2011 will die EU-Kommission eine neue Online-Meldeplattform einrichten, über die konkrete Verdachtsmomente für Gesundheitsrisiken effektiver erfasst werden.
Dort trägt der jeweilige Mitgliedstaat umgehend das betroffene Produkt, Risiko, die ergriffenen Gegenmassnahmen und die geografische Herkunft des Produkts ein. Die anderen Mitgliedstaaten können dann auf diese Daten zugreifen und sofort prüfen, inwiefern sie betroffen sind.
Letztes Jahr waren allein in Deutschland 53 Menschen im Zusammenhang mit dem Darmerreger gestorben. Zuerst waren spanische Gurken als Träger des Erregers verdächtigt worden. Später bestätigten Experten Bockshornkleesamen aus Ägypten als Ursache für die Erkrankungen.
Hygiene von Sprossen und Saatgut
Die EU-Kommission will deshalb auch spezielle Bestimmungen für die Erzeugung von Saatgut und Sprossen festlegen. Zudem soll die Hygiene von der Zucht der Samen in Drittländern über den Export bis hin zur Verarbeitung in der EU verbessert werden.