EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg hat in der Affäre um falsch deklariertes Pferdefleisch vor Panikmache gewarnt. «Lassen Sie uns nicht selbst Panik erzeugen oder anfachen», mahnte er am Donnerstag bei einer Anhörung im zuständigen Ausschuss des Europaparlaments.
Vorwürfe von Parlamentariern, die EU-Kommission verhalte sich beim Versuch der Aufklärung zu passiv, wies Borg zurück. «Die Verantwortung bleibt in den Händen der Mitgliedstaaten und muss dort bleiben», sagte er.
«Das bedeutet nicht, dass die Europäische Kommission keine Rolle bei der Koordinierung von Untersuchungen hat.» Der Brüsseler Behörde stehe weder bei der Lebensmittelsicherheit noch in anderen Politikfeldern eine «Armee an Gesetzesvollstreckern, Inspektoren und Aufsehern» zur Verfügung.
Was Forderungen nach einer Kennzeichnung des Herkunftslandes von Fleisch in verarbeiteten Produkten angeht, betonte Borg, er sei offen. Er wolle aber eine Analyse seiner Behörde abwarten, die im Herbst vorliegen soll. Deutschland und andere EU-Staaten wollen hier rascher handeln.