EU: Zuckermarktordnung reduziert Importabhängigkeit

Die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) kämpft weiter für den Erhalt der EU-Produktionsquoten bis wenigstens 2020.

AgE |

Die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) kämpft weiter für den Erhalt der EU-Produktionsquoten bis wenigstens 2020.

Der WVZ-Vorsitzende Hans-Jörg Gebhard erklärte vergangene Woche in Berlin, die Weltmarktpreise für Zucker seien in den vergangenen Jahren starken Schwankungen unterworfen gewesen. „Allerdings haben die Mechanismen der europäischen Zuckermarktordnung entscheidend dazu beigetragen, die Auswirkungen dieser Schwankungen auf dem heimischen Markt zu dämpfen“, so Gebhard anlässlich eines parlamentarischen Frühstücks.

Mit der Zuckermarktreform von 2006 sei der EU-Selbstversorgungsgrad von 115% auf 85% gesenkt worden. Die Union habe sich damit zum Nettoimporteur gewandelt. Gleichzeitig sei der EU-Zuckermarkt stärker an den Weltmarkt gekoppelt worden. Gebhard betonte, die europäischen Produzenten bräuchten mehr Zeit, um ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter zu verbessern und den Entwicklungen an den internationalen Agrarmärkten gewachsen zu sein.  Zudem produzierten die europäischen Erzeuger nach deutlich höheren Umwelt- und Sozialstandards als in vielen anderen Regionen der Welt. Wer eine nachhaltige Zuckererzeugung wolle, dürfe dies nicht einfach ignorieren.

Peter Baron, Executive Director bei der Internationalen Zuckerorganisation (ISO), ergänzte, die weltweite Nachfrage nach Zucker sei in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, vor allem durch das Wachstum der Weltbevölkerung. Gleichzeitig hätten extreme Witterungsverhältnisse und Verwerfungen der weltweiten Finanzmärkte wiederholt zu grossen Produktionssschwankungen in wichtigen Ländern geführt. Die auf dem Markt verfügbaren Zuckermengen hätten die Nachfrage kaum decken könnten, so dass der Weltmarktpreis zum Jahreswechsel 2010/11 auf neue Rekordhöhen gestiegen sei.

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