
Der Anteil der Biofläche an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche belief sich damit auf etwa 10 %. A
Grégory Roose
Der französische Biolandbau ist 2025 geschrumpft. Das geht aus den offiziellen Zahlen hervor, die von der Agentur für die Entwicklung und Förderung des ökologischen Landbaus (Agence Bio) vorgestellt worden sind. Bestätigt wird die bereits im März auf vorläufiger Basis kommunizierte Entwicklung bei den Betrieben: Erstmals ist auch die Anzahl der Erzeuger zurückgegangen, und zwar deutlicher als seinerzeit erwartet.
Insgesamt waren 2025 demnach 61'159 Biobetriebe registriert. Gegenüber dem Vorjahr entsprach das einem Minus von 1,3 %. Laut der Agentur hat Frankreich im gleichen Zeitraum insgesamt allerdings 3,6 % seiner Höfe verloren, sodass der Anteil der Biobetriebe an der Grundgesamtheit von 16,8 auf 17,3 % zulegte.
Biofläche erneut verkleinert
Das dritte Jahr in Folge geschrumpft ist im Berichtsjahr die französische Biofläche. Den offiziellen Zahlen zufolge wurde der Umfang im Vergleich zu 2024 um 30'737 Hektaren beziehungsweise 1,1 % auf rund 2,69 Mio. Hektaren verkleinert.
Der Anteil der Biofläche an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche belief sich damit auf etwa 10 %. Als «ermutigendes Zeichen» ist laut der Agentur zu werten, dass bei einigen Sparten der Pflanzenproduktion ein starker Anstieg der Flächen im ersten Jahr der Umstellung verzeichnet wurde. Konkret legte deren Umfang bei den Ackerkulturen um 24 % und bei Frischgemüse um 44 % zu.
Absatz in allen Kanälen gestiegen
Keinen Anlass zu Pessimismus gab 2025 hingegen die Entwicklung des französischen Biomarkts. Den Angaben der Agentur zufolge hat der Absatz von Lebensmitteln aus ökologischer Produktion in allen Kanälen zugelegt. Auch der Anteil an Bioprodukten am Gesamtkonsum der Haushalte ist im Vorjahresvergleich leicht angestiegen und hat 5,8 % erreicht.
Insgesamt wurden 2025 rund 12,6 Mrd. Euro (11,6 Mrd. Franken) mit Biolebensmitteln umgesetzt. Das waren 3,6 % mehr als noch 2024. Das Plus beim abgesetzten Volumen wird auf 2,0 % beziffert. Wie die Agentur hervorhebt, hat sich der Biomarkt damit spürbar von der Gesamtentwicklung im Lebensmittelbereich abgehoben, wo der Zuwachs 2 % nach Wert beziehungsweise 0,3 % beim Volumen betrug.
Für ein Plus an Optimismus in der Biobranche dürfte die Entwicklung des Absatzes in den Supermärkten sorgen. Laut der Agentur gab es im Vorjahr hier erstmals seit 2021 wieder einen Zuwachs, und zwar von 1,2 %. Deutlich stärker legten die Verkäufe in den spezialisierten Bioläden zu, nämlich um 8,5 %. Ebenfalls bergauf ging es in der Direktvermarktung. Der Absatz über diesen Kanal nahm um 3,8 % zu. Der Agentur zufolge nutzen mittlerweile fast 28'500 Biobetriebe diesen Vertriebsweg.
Keine Zuversicht bei den Biobauern
Beim Verband der Biolandwirtschaft (FNAB) löste die Marktentwicklung indes keine Euphorie aus. Aus seiner Sicht werden die Impulse nicht ausreichen, den Biobauern wieder Rückenwind zu verschaffen. Um die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Betriebe zu sichern, müssten laut FNAB die ausufernden Betriebsmittelkosten eingehegt, auskömmliche Erzeugerpreise garantiert und die staatliche Unterstützung ausgeweitet werden.
Von der Regierung fordert der Verband, die Prämien für die Bio-Regelungen für die Biobetriebe anzuheben. Im Blick hat die Branchenorganisation dabei vor allem überschüssige Fördermittel aus den Vorjahren, die eigentlich für Umstellungsbeihilfen eingeplant waren. Flankierend soll Paris die Finanzierung für Kommunikationskampagnen der Branche langfristig sichern und die Position der Biobauern in der Lieferkette rechtlich stärken.