
Der Protest von Frankreichs Landwirten dreht sich um überbordende Vorschriften, die Einkommenssituation um die Energiekosten. (Symbolbild)
In Frankreich haben die hohen Energiekosten die ersten Bauern auf die Strasse getrieben. Am Dienstag (14.4.) kam es im Département Haute-Garonne zu zwei kleineren Protestaktionen, die unabhängig voneinander vom kleineren Landwirtschaftsverband Coordination Rurale (CR) und der Organisation der Junglandwirte (JA) durchgeführt wurden.
Blockade eines Tanklagers
Vor den Toren von Toulouse blockierten mehrere Dutzend Mitglieder des CR ein Tanklager. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wurden dafür mehrere Fahrzeuge eingesetzt, darunter auch einige Schlepper. Nach entsprechenden Aufforderungen durch die angerückten Einheiten des Bereitschaftsverbands der Police nationale (CRS) beendeten die Landwirte die nicht genehmigte Demonstration.
Sie forderten von der Regierung, die Preise für Agrar- und herkömmlichen Diesel abzusenken, und zwar auf 1,0 beziehungsweise 1,5 Euro (0,96 bzw. 1.44 Franken) inklusive Mehrwertsteuer. Auch in den Düngemittelmarkt muss nach Ansicht der CR eingegriffen werden.
Protest der Junglandwirte
Weniger spektakulär verlief der Protest der Junglandwirte. Sie hielten eine vorab genehmigte Demonstration vor einem Verwaltungsgebäude in Toulouse ab. Fahrzeuge kamen hier nicht zum Einsatz. Eine mehrköpfige Delegation erhielt die Gelegenheit, sich mit Vertretern des Zentralstaates zu treffen und ihre Anliegen zu verdeutlichen.
Die französische Regierung hat in den vergangenen Wochen bereits mehrere Entlastungsmassnahmen für die Landwirtschaft auf den Weg gebracht, die den Berufsstand bislang aber nicht zufriedenstellen konnten. Im laufenden Monat wird unter anderem keine Verbrauchssteuer auf Agrardiesel erhoben, was die Branche nach Berechnungen der Regierung um insgesamt 14 Mio. Euro (13,44 Mio. Franken) entlasten soll. Pro Liter soll die Einsparung indes nur etwa 4 Cent (0,04 Franken) betragen. Nach Angaben von Radio France hat sich Agrardiesel zuletzt innerhalb eines Monats von durchschnittlich 1,28 Euro (1,23 Franken) auf 2,094 Euro (ca. 2,01 Franken) pro Liter verteuert.