Für die Verpflegung in französischen Gefängnissen sollen ab 2028 nur noch Produkte aus heimischer Erzeugung verarbeitet werden. Das hat Justizminister Gérald Darmanin Ende Februar bei seinem Besuch der Internationalen Landwirtschaftsmesse (SIA) in Paris angekündigt.
Dasselbe soll für alle Kantinen und Verpflegungsangebote im Verantwortungsbereich des Justizministeriums gelten. Er beziffert die zu erwartenden Mehrkosten auf maximal 10%.
Regionalprodukte für 82’000 Inhaftierte
Laut Darmanin arbeitet die französische Justiz derzeit nicht mit lokalen Landwirten zusammen. Da es jedoch in fast jedem Département mindestens eine Haftanstalt gebe, solle so weit wie möglich auf kurze Lieferketten umgestellt werden, erklärte der Minister gegenüber dem Sender RTL. Nach seinen Angaben sind in Frankreich aktuell etwa 82’000 Personen inhaftiert.
Die zusätzlichen Kosten seiner Initiative verortet Darmanin in der Größenordnung von 5 bis 10% der derzeitigen Aufwendungen. Das sei ein nachvollziehbarer und akzeptabler Rahmen, betonte der Minister. Für die Landwirte seien derartige Maßnahmen möglicherweise eine effektivere Unterstützung als Beihilfen.
