
In Frankreich dürften viele Landwirte ab dem kommenden Monat spürbar weniger Geld für Kraftstoff ausgeben müssen. (Symbolbild)
Kuhn
In Frankreich dürften viele Landwirte ab dem kommenden Monat spürbar weniger Geld für Kraftstoff ausgeben müssen. Der Energiekonzern TotalEnergies hat am 12.10. angekündigt, den wirtschaftlichen Vorteil aus der Freigabe der strategischen Dieselreserve an die Verbraucher weiterzugeben. Profitieren sollen auch die Bauern: Den Unternehmensangaben zufolge soll der Preis für Agrardiesel im Vergleich zum Niveau des internationalen Dieselmarkts um 20 Cent/l (19 Rappen) abgesenkt werden.
Gültig für 3 Monate
Gelten soll der Rabatt drei Monate bis zum 31. Januar 2027; in diesem Zeitraum wird Frankreich seinen Anteil der strategischen Reserven auf den Markt bringen. Der Spielraum für den Preisnachlass dürfte vor allem daher rühren, dass die Reserven bei nierigeren Preisen eingelagert wurden. TotalEnergies hat nach eigenen Angaben einen Anteil von 35% am französischen Dieselmarkt.
Frankreichs Landwirte erhalten bereits eine staatliche Kraftstoffbeihilfe; noch bis Jahresende wird ein Zuschuss von 15 Cent/l (14 Rappen) gezahlt. Den Fiskus soll das Medienberichten zufolge monatlich mehr als 50 Mio. Euro (46,32 Mio. Franken) kosten. Grundsätzlich besteht eine Steuerermässigung für Agrardiesel, die zu den teuersten Beihilfen im Energiebereich zählt und mit jährlichen Mindereinnahmen in der Grössenordnung von 1,3 Mrd. Euro (1,2 Mrd. Franken) verbunden ist.
Protestaktionen
Mit der staatlichen Unterstützung waren die Landwirte bislang allerdings nicht zufrieden. Der französische Bauernverband (FNSEA) pocht auf einen Zuschuss von 30 Cent/l (28 Rappen); rechnerisch könnte diese Entlastung zumindest an den Zapfsäulen von TotalEnergies im kommenden Monat erreicht werden. Der kleinere Landwirtschaftsverband Coordination Rurale (CR) will den Agrardieselpreis hingegen bei 1 Euro/l (93 Rappen) gedeckelt sehen.
Zuletzt hat der Verband wieder Protestaktionen gegen die Regierungspolitik organisiert. Im Département Lot-et-Garonne platzierten etwa 100 Bauern leere Kanister und Tanks vor den Toren der Präfektur in Agen. Kurz zuvor hatten CR-Mitglieder nahe Toulouse versucht, ein Tanklager zu blockieren.