In Finnland bedroht die Preisexplosion bei den Betriebsmitteln zunehmend die Arbeitsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft und damit die Ernährungssicherheit des Landes.
Laut dem Fachmagazin «Maseuduun Tulevaisuus» könnte im Osten Finnlands bis zu einem Drittel der Ackerflächen in diesem Jahr unbestellt bleiben.
Bauern berichteten hier von Treibstoff- und Düngerpreisen, die sich binnen Jahresfrist praktisch verdoppelt hätten. Auch Saatgut sei deutlich teurer geworden, so dass sich insbesondere auf den schwächeren Böden die Aussaat kaum mehr lohne. Wie der Vorsitzende des finnischen Bauernverbandes (MTK), Juha Marttila, am 9. März feststellte, ist die seit langem anhaltende Rentabilitätskrise der heimischen Landwirtschaft inzwischen wegen der Inflation der Produktionskosten in eine bedrohliche Liquiditätskrise übergegangen.
Angesichts der desolaten Lage auf vielen Höfen warnt der Verband, dass die Nahrungsmittelerzeugung in dem nordischen Land massiv bedroht sein könnte, sorge die Politik nicht rechtzeitig dafür, dass die Landwirtschaft arbeitsfähig bleibe. Die bisher ergriffenen Massnahmen reichen nach Einschätzung des MTK nicht aus, um wieder Profitabilität herzustellen.
Der Verband hat deshalb ein Massnahmenpaket vorgelegt, das die Landwirte insbesondere kostenseitig entlasten soll. Verlangt werden unter anderem deutliche Senkungen oder Aussetzungen bei Energie- und
Grundsteuer sowie die Ausweitung von Liquiditätskrediten. Auch direkte Fördermassnahmen zur Bewältigung der drastisch gestiegenen Produktionskosten sollten laut Marttila von der Politik erwogen werden.
Angesichts der in den letzten Jahren immer weiter aufklaffenden Schere zwischen Produktionskosten und Erlösen führt nach seiner Überzeugung zudem kein Weg an deutlich höheren Verbraucherpreisen für Lebensmittel vorbei.
