Forscher warnen: CO2 gefährdet Meeresbewohner

Das Treibhausgas Kohlendioxid erwärmt nicht nur die Erde, sondern lässt auch die Ozeane versauern - mit bedrohlichen Auswirkungen für Meeresbewohner wie auch für Menschen. Eine internationale Forschergruppe mit Berner Beteiligung hat die Risiken für die maritimen Ökosysteme untersucht.

sda |

Das Treibhausgas Kohlendioxid erwärmt nicht nur die Erde, sondern lässt auch die Ozeane versauern - mit bedrohlichen Auswirkungen für Meeresbewohner wie auch für Menschen. Eine internationale Forschergruppe mit Berner Beteiligung hat die Risiken für die maritimen Ökosysteme untersucht.

Die Weltmeere haben seit 1850, dem Beginn der Industrialisierung, 28 Prozent des vom Menschen freigesetzten CO2 aufgenommen. Weil dieses mit Wasser reagiert und zu Kohlensäure wird, steige der Säuregehalt der Ozeane, heisst es in der Mitteilung der Universität Bern.

Ozeane bremsen den CO2-Anstieg

«Die Ozeane bremsen den CO2-Anstieg und die Erwärmung der Atmosphäre - zum Preis ihrer eigenen Erwärmung und Versauerung», wird der Berner Klimatologe Fortunat Joos vom Oeschger Zentrum für Klimaforschung der Universität Bern in der Mitteilung zitiert. Die steigende Temperatur führt auch dazu, dass sich das Meerwasser ausdehnt. Mit dem Schmelzwasser von Eiskappen und Gletschern verursacht dies einen Anstieg des Meeresspiegels.

Die internationale Forschergruppe wertete für die Synthesestudie «Oceans 2015 Initiative» die Forschungsarbeiten der vergangenen Jahre in diesem Bereich aus. Erschienen ist ihre Studie im renommierten Fachjournal Science.

Folgen sind schwerwiegend

Als Ausgangslage für ihre Arbeit nahmen die Forscher zwei verschiedene CO2-Emissionsszenarien: eine Begrenzung der CO2-Emissionen und damit des Temperaturanstiegs auf 2 Grad Celsius bis ins Jahr 2100, wie ihn die sogenannte Kopenhagener Vereinbarung von 2009 vorsieht, sowie das «Business-as-usual»-Szenario mit einem weiter wachsenden CO2-Ausstoss wie bis anhin.

Bereits im ersten Szenario wären Warmwasserkorallen und Muscheln mit ihren Kalkschalen gefährdet, konstatieren die Forscher. Würden keine Massnahmen getroffen, wären die Folgen noch schwerwiegender: Fast alle Organismen, die das Forscherteam untersucht hat, wären hohen Risiken ausgesetzt.

Neue Argumente für Verhandlungen

Das bliebe auch nicht ohne Folgen für den Menschen. Der Schutz vor Küstenerosion wie etwa durch Korallen oder Mangroven wäre gefährdet, wie auch der kommerzielle Fischfang, die Muschelzucht oder der Tourismus.

Zwar gebe es Ansätze, um die Folgen zu bewältigen. Gemäss den Studienautoren bewirken Massnahmen aber immer weniger, je weiter sich die Menschheit vom 2-Grad-Ziel entfernt. Das sei ein Problem von globaler Tragweite, das über den traditionellen Nord-Süd-Graben hinausgehe, wird Alexandre Magnan, Co-Autor der Studie, zitiert.

Laut den Forschern haben bisherige Verhandlungen zu Klimaabkommen diese Veränderungen zu wenig berücksichtigt. Die Veränderung der Ozeane liefere überzeugende Argumente für eine «rasche, rigorose und ehrgeizige Reduktion des CO2-Ausstosses».

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