
Weltweit arbeiten rund 42 Millionen Menschen im Forstsektor. Nur jede vierte Person im globalen Forstsektor ist eine Frau.
Fritz Aebi
Nur verhältnismässig wenig Frauen arbeiten weltweit in der Forstwirtschaft. In den europäischen Wäldern ist der Anteil besonders niedrig. Das geht aus Berechnungen im Rahmen eines neuen Modellierungsansatzes hervor, an denen das Thünen-Institut für Waldwirtschaft beteiligt war. Danach arbeiteten im Jahr 2022 weltweit 10,6 Millionen Frauen in 182 Ländern im Forstsektor. Das entsprach rund 25% aller Beschäftigten der Branche. In Europa waren es lediglich bei 20%. Allerdings variierte der Frauenanteil je nach Teilbereich des Sektors: In Forstwirtschaft und Holzeinschlag waren es rund 14%, in der Holzverarbeitung 17%, in der Zellstoff- und Papierindustrie jedoch 32%.
Weltweit arbeiten rund 42 Millionen Menschen im Forstsektor. Wie viele davon Frauen sind, war bisher kaum bekannt. Forschende haben nun erstmals globale Schätzungen vorgelegt und damit den „Gender Gap“ in der Branche sichtbar gemacht. Grundlage ist das kürzlich entwickelte «Forest Employment Modell» (FEM). Bezogen auf die weltweite Erwerbsbevölkerung waren demzufolge zwischen 2011 und 2022 etwa 0,8% der Frauen und 1,5% der Männer im Forstsektor beschäftigt. Europa wies dabei den grössten «Gender Gap» auf: Die Beschäftigung von Männern im Forstsektor machte dort 1,8% der gesamten männlichen Erwerbsbevölkerung aus und entsprach damit dem Vierfachen der Beschäftigungsquote von Frauen. Eine ähnliche Diskrepanz wurde für Ostasien ermittelt.