Frankreich: Banken starten Sonderprogramme wegen Dürre

Zwei grosse französische Genossenschaftsbanken legen Sonderkreditprogramme für dürregeplagte Landwirte auf. Die Crédit Agricole mobilisiert umgerechnet 1,4 Mrd. Franken für «Agri-Viti-Härtefallkredite». Die Bank erwartet, dass im Herbst bis zu 15% der Betriebe Hilfe benötigen.

AgE |

In Frankreich haben zwei der grössten genossenschaftlichen Banken gesonderte Kreditprogramme ins Leben gerufen, um die landwirtschaftlichen Betriebe bei der Bewältigung der Hitze- und Dürrefolgen zu unterstützen.

Junglandwirte erhalten Zinsbonus

Die Crédit Agricole wird nach eigenen Angaben 1,5 Mrd. Euro (1,4 Mrd. Franken) mobilisieren, vorwiegend um drohenden Liquiditätsproblemen zu begegnen. Die «Agri-Viti-Härtefallkredite» sollen sich auf maximal 50’000 Euro (46’765 Franken) pro Betrieb belaufen und nicht in Raten, sondern mit einer einmaligen Zahlung getilgt werden. Die Laufzeit soll wahlweise 24, 36 oder 48 Monate betragen, in Abhängigkeit davon sollen Zinssätze von 2,5 bis 3,5% gelten. Junglandwirte erhalten einen Zinsbonus von 0,5 Prozentpunkten. Sicherheiten sollen laut Crédit Agricole nicht verlangt werden.

Flankierend legt die Agrarbank ein Programm zur Anpassung an den Klimawandel auf. Für entsprechende Investitionen werden Darlehen von bis zu 75’000 Euro (70’515 Franken) mit einem vergünstigten Zinssatz angeboten, bei einer Laufzeit von bis zu sieben Jahren. Bei der Crédit Agricole geht man bislang davon aus, dass bis zu 15% der Betriebe im Herbst Liquiditätshilfen benötigen werden.

Volksbanken mit individuellen Lösungen

Auch die zur Groupe BPCE gehörenden Volksbanken (Banques Populaires) kündigten Massnahmen zur Unterstützung der Bauern und Winzer an. Bereitgestellt werden sollen spezielle Liquiditätskredite, insbesondere um steigende Futter- und Betriebsmittelkosten aufzufangen. Nach Angaben der Bankengruppe soll es «besonders günstige Konditionen» mit einem Zinssatz von maximal 2,5% geben. Für Betriebe in grösseren Schwierigkeiten wollen die Volksbanken massgeschneiderte Lösungen anbieten, etwa für die Restrukturierung von Verbindlichkeiten.

Medienberichten zufolge war bei der Erarbeitung des staatlichen Hilfsprogramms auch diskutiert worden, die Zinsen für die Sonderkredite durch den Staat tilgen zu lassen. Die Kosten dafür sollen auf etwa 100 Mio. Euro (93,53 Mio. Franken) veranschlagt worden sein.

×

Schreibe einen Kommentar

Kommentar ist erforderlich!

Google Captcha ist erforderlich!

You have reached the limit for comments!

Das Wetter heute in

Lesershop

Hier gehts zum Lesershop

Umfrage

Ernährungsinitiative: Ja oder Nein?

17.1 % Ja
80.5 % Nein
1.6 % Mir egal
0 % Gehe nicht abstimmen
0.8 % Weiss noch nicht

Teilnehmer insgesamt 123

Zur aktuellen Umfrage

Bekanntschaften

Suchen Sie Kollegen und Kolleginnen für Freizeit und Hobbies? Oder eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner?