Frankreichs Biolandbau schrumpft

Der französische Biolandbau hat 2025 nicht auf einen Wachstumspfad zurückgefunden. Das geht aus ersten Zahlen der Agentur für die Entwicklung und Förderung des biologischen Landbaus hervor. Demnach soll die Anzahl der Biobetriebe erstmals überhaupt geschrumpft sein, und zwar um 0,6%. 

In Frankreich hat es 2025 erstmals einen Rückgang bei der Anzahl der Biobetriebe gegeben. Das geht aus ersten Zahlen für das vergangene Jahr hervor, die kürzlich von der Agentur für die Entwicklung und Förderung des biologischen Landbaus (Agence Bio) im Rahmen der Internationalen Landwirtschaftsmesse (SIA) vorgelegt wurden.

Demnach ist die Anzahl der Produzenten im Biosektor um 386 Betriebe beziehungsweise 0,6% auf 61’490 zurückgegangen. 2024 war zwar die Biofläche das zweite Jahr in Folge verkleinert worden, bei den Betrieben wurde aber noch ein Zuwachs um 1% verzeichnet. Etwas abgeschwächt hat sich 2025 der Rückgang in den nachgelagerten Teilen der Wertschöpfungskette. Im vergangenen Jahr waren in diesem Bereich laut den Zahlen der Agentur 24’551 Unternehmen aktiv, das waren 2,1% weniger als noch im Vorjahr.

Konsum von Bioprodukten steigt

Medienberichten zufolge verortet die Agentur die Betriebe, die sich aus dem Biolandbau verabschiedet haben, überwiegend im Weinbau und in der Veredelung. Für den Umfang der nach biologischen Kriterien bewirtschafteten Fläche sollen noch keine genaueren Daten vorliegen, da maßgebliche Meldefristen erst Ende März auslaufen. Bei der Agentur geht man aber davon aus, dass es erneut einen leichten Rückgang gegeben hat. Dann wäre die französische Ökofläche 2025 das dritte Jahr in Folge geschrumpft.

Sorgen macht der Agentur, dass sich der Markt in Frankreich im vergangenen Jahr nach ersten Einschätzungen in die andere Richtung entwickelt hat. So soll der Verzehr von Biolebensmitteln in den Haushalten um 3 bis 4% zugelegt haben. Der Absatz von Biowaren in Supermärkten soll um 2% angezogen haben; im Zeitraum von 2021 bis 2024 war der Verkauf in diesem Kanal der Agentur zufolge noch um 13% geschrumpft. Ähnlich positiv soll die Entwicklung in anderen Vertriebsbereichen verlaufen sein.

Gute Beziehungen zur Politik

Zu zerstreuen versuchte die Agentur auf der SIA Sorgen um ihren Fortbestand. Medienberichten zufolge steht der staatlichen Einrichtung 2026 wie im Jahr davor ein Budget von 17 Mio. Euro (15,38 Mio. Franken) zur Verfügung. Der Präsident der Agentur, Bruno Martel, versicherte zudem, die Beziehungen zur Politik seien gut. Man gehe die Herausforderungen gemeinsam mit der Regierung an.

Anfang Februar hatte der Branchenverband Synadis Bio, der die Interessen der Bioläden bündelt, seinen Rückzug aus der Agentur angekündigt. Der Verband hält ein Engagement angesichts der Kürzungen im Etat der Agentur nicht mehr für zielführend. Konkret prangerte Synadis eine «geplante Demontage» durch die Regierung an.

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