
Es sei wichtig, dass Frauen mit am Tisch sitzen, wenn über Frauen in der Landwirtschaft und über die Landwirtschaft insgesamt gesprochen werde.
Agrarfoto
Es braucht mehr Frauen in Entscheidungsgremien, nicht nur im Deutschen Bauernverband (DBV). Das hat die Vizepräsidentin des Verbandes, Susanne Schulze Bockeloh, im Interview mit AGRA Europe deutlich gemacht. Aus ihrer Sicht ist der Verband bereits weiblicher geworden.
«Grundsätzlich sind es aber nach wie vor Männer, die die Entscheidung treffen», betont die Westfälin. Deshalb findet sie es wichtig, dass Frauen mit am Tisch sitzen, wenn über Frauen in der Landwirtschaft und über die Landwirtschaft insgesamt gesprochen wird.
Hofnachfolge bei 60% der Betriebe
Als Grund für den nach wie vor niedrigen Anteil an Betriebsleiterinnen verweist Schulze Bockeloh auf traditionelle Rollenbilder, die immer noch fest verankert seien. Diese müssten durchbrochen werden. «Frauen können und wollen die Hofnachfolge und Verantwortung übernehmen», unterstreicht die DBV-Vizepräsidentin.
Sie zeigt sich überzeugt, dass die Zukunft der Landwirtschaft nur mit den Frauen zu stemmen ist, und verweist hierzu unter anderem auf die bevorstehende Hofnachfolge bei 60% der Betriebe und den Fachkräftemangel.
Eine Zukunftsstrategie
«Sehr zufrieden» ist Schulze Bockeloh mit der Arbeit des Unternehmerinnen-Fachausschusses seit dessen Gründung 2022. Für viele Unternehmerinnen habe es genau dieses Netzwerk gebraucht und es stelle für sie einen grossen Mehrwert da. Sie geht davon aus, dass auch noch weitere Landesbauernverbände den Erfolg sehen und Fachausschüsse einrichten. «Die Unternehmerinnen in die Verbände einzubinden ist kein «Nice to have», sondern eine Zukunftsstrategie», so Schulze Bockeloh.