Freihandel: EU und USA wollen Gespräche vorantreiben

Trotz kritischer Stimmen auf beiden Seiten haben Spitzenvertreter der Europäischen Union und der USA ihre feste Bereitschaft betont, die Gespräche über ein Freihandelsabkommen voranzutreiben.

sda |

Trotz kritischer Stimmen auf beiden Seiten haben Spitzenvertreter der Europäischen Union und der USA ihre feste Bereitschaft betont, die Gespräche über ein Freihandelsabkommen voranzutreiben.

Am Rande eines Treffens in Washington zur Vorbereitung der vierten Verhandlungsrunde im März sprachen EU-Handelskommissar Karel De Gucht und der US-Handelsbeauftragte Michael Froman von grossen Chancen und Fortschritten im bisherigen Prozess. Sie räumten aber zugleich ein, dass es eine Reihe von Herausforderungen gebe, die bewältigt werden müssten.

Verhandlungen nicht immer leicht

Das Treffen in Washington wurde am Dienstag hinter verschlossenen Türen fortgesetzt. Mit konkreten Ankündigungen wurde nicht gerechnet. Die EU und die Vereinigten Staaten charakterisierten die auf zwei Tage angesetzte Begegnung in Washington als «Bestandsaufnahme» nach den ersten drei Gesprächsrunden. Beide Seiten wollen danach ihre Verhandlungsdelegationen informieren. Die nächste offizielle Gesprächsrunde ist für März in Brüssel geplant.

Einigen sich beide Seiten auf einen Pakt, entstünde die grösste Freihandelszone der Welt mit rund 800 Millionen Menschen. Wann es so weit sein wird, ist aber noch offen, zumal das EU-Parlament und der US-Kongress den Deal absegnen müssen. De Gucht sprach zum Auftakt des Washingtoner Treffens von «steten Fortschritten» - «mehr, als wir es normalerweise bei Handelsgesprächen erleben». Aber auch Verhandlungen zwischen Freunden seien nicht immer leicht, sagte der Belgier.

Komplette Zoll-Abschaffung

Beide Seiten sähen, dass es eine Reihe von Herausforderungen gebe, «die wir zusammen bewältigen müssen». Das werde einige «nicht immer leichte Diskussionen» erfordern. Froman äusserte sich ähnlich. Die bisherigen Verhandlungen hätten gezeigt, dass es sowohl grosse Chancen als auch einige Herausforderungen gebe. Er erwarte am Ende der Begegnung am Dienstag ein klareres Gespür dafür, «wie wir zusammenarbeiten können, um unsere Differenzen zu überwinden».

Der US-Handelsbeauftragte bestätigte, dass beide Seiten kürzlich erste Angebote zu den Einfuhrzöllen ausgetauscht hätten. Einzelheiten nannte er nicht. Die komplette Abschaffung der Zölle, die bisher im Schnitt vier Prozent betragen, gehört zu den Zielen der Verhandlungen.

Umstrittene Produktstandards und Regulierungen

Besonders umstritten ist die Frage von Produktstandards und Regulierungen. Bei vielen in der EU herrscht die Sorge, dass europäische Standards beim Konsumenten- oder Lebensmittelschutz aufgeweicht werden könnten. Die EU-Kommission, die auf europäischer Seite die Verhandlungen führt, hat die Gespräche im Bereich Investitionsschutz vorläufig auf Eis gelegt, um Zeit für eine öffentliche Debatte zu geben.

Die im vergangenen Juli begonnenen Verhandlungen waren auch durch die Affäre um die massiven Spähprogramme des US-Geheimdienstes NSA belastet worden.

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