
Konkret könnte etwa die Produktion von Leguminosen sowie von Raps und Sonnenblumen über Anreize wie produktionsgekoppelte Beihilfen ausgeweitet werden.
zvg
In der Europäischen Union soll der Anteil der Selbstversorgung mit Futterprotein aus Ölsaaten und Eiweisspflanzen deutlich anwachsen. Wie aus einem vorab bekannt gewordenen vorläufigen Entwurf des Proteinplans der EU-Kommission hervorgeht, will die Brüsseler Behörde den Anteil der Eigenversorgung bis 2035 auf 35 % steigern.
2025 lag dieser Wert EU-weit noch bei 25 %. Der Plan soll nach aktuellem Stand zusammen mit der Nutztierstrategie am 1. Juli offiziell präsentiert werden. Änderungen an dem Agra Europe vorliegenden Entwurf sind noch möglich.
Eine Frage der strategischen Autonomie
In dem vorliegenden Leak heisst es ferner, dass angesichts des turbulenten geopolitischen Kontexts sowie von Marktschocks und der Abhängigkeit von Importen Abhängigkeiten reduziert werden müssten. Die Kommission sieht darin eine Frage der strategischen Autonomie, die mithilfe des Plans verbessert werden soll. Dazu soll die Rolle der Marktbeobachtungsstelle für Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen gestärkt werden.
Dem Leak zufolge soll die EU-Agrarpolitik «ein unterstützendes politisches Umfeld schaffen und Innovation sowie nachhaltige Bewirtschaftungspraktiken» voranbringen. Dazu müssten Probleme bei unterentwickelten Wertschöpfungsketten und einer noch unzureichenden Wettbewerbsfähigkeit bei Eiweisspflanzen und freien Aminosäuren gelöst werden.
Proteinanbau über die nationalen GAP-Pläne fördern
Über die Empfehlungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 sollen die Mitgliedstaaten ermutigt werden, Massnahmen in ihre nationalen Pläne aufzunehmen. Dies soll über den noch neu zu schaffenden Fonds für nationale und regionale Partnerschaft (NRP) geschehen.
Konkret könnte etwa die Produktion von Leguminosen sowie von Raps und Sonnenblumen über Anreize wie produktionsgekoppelte Beihilfen ausgeweitet werden. Darüber hinaus sollen verschiedene GAP-Instrumente, resiliente Wertschöpfungsketten, die Diversifizierung der Importe sowie effizientere und stärker lokal verankerte Tierhaltungssysteme Fortschritte bewirken.
Öffentliche Beschaffung soll Nachfrage ankurbeln
Die Nachfrage nach EU-Eiweissfuttermitteln könne laut dem geleakten Entwurf zudem über öffentliche Beschaffung, Kennzeichnung und Sensibilisierung stimuliert werden. Ferner soll ein stärkerer Fokus auf Forschung und Innovation bei Kulturpflanzen, alternativen Proteinen sowie Bioökonomie- und Kreislauflösungen gelegt werden.
Junglandwirten misst der Entwurf eine besondere Bedeutung zu. So soll der Proteinanbau inklusive eines diversifizierten Anbaus in die bereits im Herbst 2025 präsentierte EU-Junglandwirtestrategie integriert werden.