GB: Experten warnen vor Ernährungskrise

Britische Branchenexperten warnen vor einer nationalen Nahrungsmittelkrise und kritisieren die Regierung für Untätigkeit. Als Ursachen für die aktuellen Probleme haben die Fachleute Wetterextreme ausgemacht, ausserdem die hohe Inflation und geopolitische Risiken.

AgE |

Ernährungsexperten in Grossbritannien schlagen Alarm und sprechen Tacheles mit der Politik. Das Land «schlafwandelt in eine Nahrungsmittelkrise», heisst es in einem Brief, den eine Gruppe von neun Fachleuten an verschiedene Minister geschrieben hat. Das sei auch «ein Risiko der nationalen Sicherheit». Befeuert werde die Krise durch Wetterextreme, dem Iran-Krieg und die hohe Inflation.

Die Regierung nehme die Bedrohung nicht ernst, kritisieren die Unterzeichner. Die Minister werden in dem offenen Brief aufgefordert, schnellstens Gegenmassnahmen einzuleiten. Gefordert werden eine stärkere heimische Produktion, eine bessere Vorbereitung auf Lieferkettenstörungen und bezahlbare Lebensmittel für alle. Ernteausfälle und steigende Preise könnten die Lage weiter verschärfen.

Inländische Produktion stärken

Laut der Tageszeitung «The Guardian» werden in dem Brief drei Schwerpunkte herausgestellt, auf die sich die Politik konzentrieren sollte - eine widerstandsfähige inländische Produktion gesunder Nahrungsmittel, die intensive Vorbereitung auf Unterbrechungen in der Lieferkette und der freie Zugang zu sicheren und erschwinglichen Lebensmitteln für alle.

Die Ernährungsexperten weisen darauf hin, dass es in Grossbritannien nach einem trockenen Frühjahr nun viel zu warm sei. Dies werde die Naturalerträge mindern, während das Risiko von Waldbränden steige; auch das Vieh leide unter Hitzestress. Es seien wirtschaftliche Verluste von Hunderten Millionen Pfund zu befürchten. Zudem werde ein knapperes Angebot die Lebensmittelinflation weiter befeuern.

Hinzu komme der schwelende Iran-Krieg, so die Fachleute. Auch wenn es hier bald zu einer Lösung kommen sollte, dürften die Preise für Treibstoff und Dünger erst einmal hoch bleiben, bis die aktuelle Versorgungsknappheit beseitigt sei.

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