Hier wurde so wenig Rindfleisch gegessen wie noch nie

Die Argentinier essen immer weniger Rindfleisch. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist auf 46 Kilogramm pro Jahr gesunken. Das ist der niedrigste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1914. Gründe sind die gesunkene Kaufkraft und das Ausweichen auf günstigeres Geflügel- und Schweinefleisch. 

AgE |

In Argentinien ist der Konsum von Rindfleisch auf den niedrigsten Stand seit Beginn der offiziellen Aufzeichnungen im Jahr 1914 gesunken. Nach Angaben der dortigen Kammer der rindfleischverarbeitenden Wirtschaft (CICCRA) liegt der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch inzwischen nur noch bei rund 46 Kilogramm.

Laut dem Nachrichtenmedium Revista Códigos setzt sich damit ein langfristiger Trend fort. Ende der 1960er Jahre habe der Durchschnittsverbrauch der Argentinier noch bei mehr als 80 Kilogramm Rindfleisch gelegen. Im Jahr 2023 sei er dann unter die Marke von 50 Kilogramm gefallen.

123 Kilo Fleisch pro Kopf und Jahr

Mit diesem Wert hält Argentinien aber weiterhin die globale Spitzenposition beim Rindfleischverbrauch. Zudem gehört das südamerikanische Land weiterhin zu den Ländern mit dem höchsten Fleischkonsum überhaupt. Im Jahr 2023 wurden pro Kopf 122,7 Kilogramm Fleisch konsumiert; das war der höchste Wert in Lateinamerika.

Im laufenden Jahr dürfte sich die Abwärtsentwicklung beim Rindfleischverzehr fortsetzen. Laut CICCRA sank der Inlandsverbrauch an Rindfleisch in den ersten acht Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,3% auf 1,37 Mio. Tonnen Schlachtkörpergewicht. Als Ursachen dafür werden die sinkende Kaufkraft vieler Verbraucher genannt, ausserdem ein Ausweichen auf die gegenüber Rindfleisch günstigeren Alternativen Geflügel- und Schweinefleisch.

Produktion stösst an Grenzen

Hinzu kommt, dass die argentinische Rinderproduktion mittlerweile an strukturelle Grenzen stösst. Trotz eines starken Bevölkerungswachstums erzeugte das Land 2024 mit 3,18 Mio. Tonnen nahezu dieselbe Menge an Rindfleisch wie vor rund fünf Jahrzehnten. Eine Flächenkonkurrenz durch den Ackerbau, wirtschaftliche Krisen, Exportbeschränkungen und wiederkehrende Dürren haben Investitionen in die Rinderhaltung erschwert und eine Aufstockung der Bestände verhindert.

Für Argentiniens Rindfleischbranche hat die Entwicklung zwei Seiten: Einerseits begrenzt die schwächere Inlandsnachfrage die Absatzmöglichkeiten am heimischen Markt. Andererseits steht dadurch mehr Ware für den Export zur Verfügung. Bereits 2024 wurden rund ein Drittel der argentinischen Rindfleischproduktion im Ausland abgesetzt, wobei China der wichtigste Abnehmer war. Branchenbeobachter erwarten, dass sich die Exportorientierung der argentinischen Rindfleischwirtschaft weiter verstärken wird, sofern die heimische Nachfrage schwach bleibt und die Konkurrenz durch Geflügel- und Schweinefleisch anhält.

×

Schreibe einen Kommentar

Kommentar ist erforderlich!

Google Captcha ist erforderlich!

You have reached the limit for comments!

Das Wetter heute in

Lesershop

→ Hier gehts zum Lesershop

Umfrage

Schaut Ihr die Landfrauenküche?

71.8 % Ja, jede Folge
15.3 % Manchmal
5.7 % Nein, nie
5.6 % Früher schon, jetzt nicht mehr
1.7 % Früher nicht, jetzt aber schon

Teilnehmer insgesamt 648

Zur aktuellen Umfrage

Bekanntschaften

Suchen Sie Kollegen und Kolleginnen für Freizeit und Hobbies? Oder eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner?