Hirte erhängt sich aus Protest gegen Behörden

Ein mongolischer Hirte hat sich im Norden Chinas nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten vor einem Regierungsgebäude erhängt, um gegen den Verlust von Weideland zu protestieren.

sda |

Ein mongolischer Hirte hat sich im Norden Chinas nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten vor einem Regierungsgebäude erhängt, um gegen den Verlust von Weideland zu protestieren.

Wie das in den USA ansässige Südmongolische Informationszentrum für Menschenrechte am Dienstag berichtete, tötete sich der 45-jährige Mann am Montag vergangener Woche in der Provinz Innere Mongolei aus Verzweiflung über «die illegale Besetzung seines Weidelands» durch die Behörden. Vorher forderte er andere Hirten zum Protest gegen korrupte Beamte auf.

Nach Angaben der Menschenrechtsaktivisten demonstrierten am Montag rund 300 Hirten in der Provinzhauptstadt Hohhot. Die Polizei sei mit 200 Beamten gegen die Demonstranten vorgegangen, mehr als 30 Hirten seien festgenommen worden. Die örtlichen Behörden waren nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

In China leben schätzungsweise sechs Millionen Mongolen. Sie klagen über politische und kulturelle Diskriminierung. Die Hirten machen den Ausbau des Bergbaus für den Verlust von Weideland und Vieh verantwortlich. Die Regierung in Peking weist die Vorwürfe zurück und versichert, grosse Anstrengungen für die Entwicklung der Region zu unternehmen.

Die Bevölkerung der Inneren Mongolei besteht mittlerweile zu fast 80 Prozent aus Han-Chinesen. 2011 hatte es in der Provinz eine Woche lang wütende Proteste gegeben, nachdem ein Han-Chinese am Steuer eines Lastwagens einen mongolischen Hirten überfahren hatte.

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