Hitze schmälert europäische Hülsenfruchternte

In der EU sind 2026 insgesamt 6,7 Mio. Tonnen Hülsenfrüchte geerntet worden; das waren 7 Prozent weniger als im Vorjahr, aber mehr als im Fünfjahresmittel. Die grössten Einbussen gab es bei Sojabohnen. Sie litten unter der Hitze. Andere Kulturen profitierten von der heurigen Witterung.

AgE |

In der Europäischen Union wurden dieses Jahr mit insgesamt gut 6,7 Mio. Tonnen etwa 7 Prozent weniger Hülsenfrüchte geerntet als 2025; das Fünfjahresmittel wurde damit jedoch übertroffen. Auf diese Schätzung der EU-Kommission hat jetzt die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) aufmerksam gemacht.

Demnach wird die diesjährige Sojabohnenproduktion in der EU auf 2,2 Mio. Tonnen und damit 21 Prozent niedriger als 2025 veranschlagt. Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) führt die Einbussen laut der UFOP auf eine kleinere Anbaufläche und gesunkene Hektarerträge zurück. Gerade die Sojabohne habe unter der massiven Hitzeperiode im Juni gelitten.

Futtererbse war die wichtigste Frucht

Gemessen an der Erntemenge war die Futtererbse 2026 die wichtigste Hülsenfrucht in der EU. Davon eingefahren wurden der Schätzung der Kommission zufolge 2,4 Mio. Tonnen; das waren 3 Prozent weniger als 2025. Hier schlugen laut der UFOP vor allem geringere Erträge zu Buche. Denn die Anbaufläche zur Ernte 2026 ist gleichzeitig um 1 Prozent gewachsen.

Auch der Anbau von Ackerbohnen wurde ausgedehnt. Die EU-Kommission schätzt die Produktion auf 1,6 Mio. Tonnen, was einer Zunahme um rund 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, berichtete die UFOP. Die Süsslupinenernte dürfte mit 524’000 Tonnen das Vorjahresergebnis um 3 Prozent übertreffen. 

UFOP begrüsst Initiativen zur Förderung des Anbaus

Nach Einschätzung der UFOP bestätigt die Anbauentwicklung das grundsätzliche Interesse der Erzeuger, den Anbau von Leguminosen beizubehalten oder sogar auszuweiten. Die Förderunion kritisiert jedoch, dass die Leistungen dieser Kulturarten für Biodiversität und Klimaschutz nicht sachgerecht und angemessen eingepreist werden. Der Anbau von Körnerleguminosen müsse sich langfristig in Fruchtfolgen rechnen, damit die wiederholt geäusserte politische Forderung nach mehr Resilienz im Ackerbau nicht ins Leere laufe.

Die UFOP begrüsst deshalb die Initiativen von Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) und EU-Kommission zur Förderung des Anbaus und der Vermarktung der Körnerleguminosen als Beitrag zur Erhöhung der Wertschöpfung, die auch die Landwirte erreichen müsse.

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