Hitzewelle: Frankreich bereitet Hilfspaket vor

Unter dem Eindruck der jüngsten Hitzewelle hat die französische Regierung ein Hilfspaket für die Landwirtschaft angekündigt. Geplant sind Investitionsdarlehen und Beihilfen für den Transport von Futtermitteln. Zuvor wurden bereits Brachen für die Futternutzung freigegeben. Spürbare Einbussen könnten ersten Einschätzungen zufolge beim Mais drohen.

AgE |

Die französische Regierung will die Landwirte dabei unterstützen, sich besser gegen Hitzewellen zu wappnen. Landwirtschaftsministerin Annie Genevard hat Anfang Juli ein entsprechendes Hilfspaket angekündigt. Geplant sind unter anderem Darlehen für Investitionen in technische Einrichtungen zum Hitzeschutz in Wirtschaftsgebäuden, etwa Lüftungsanlagen. In Vorbereitung befinden sich ausserdem Beihilfen für die Transportkosten von Futtermitteln, um regionale Engpässe auszugleichen.

Flankierend wird die landwirtschaftliche Sozialkasse (MSA) ihr Beratungsangebot ausweiten und ihre Anlaufstelle für Betriebe mit Liquiditätsproblemen reaktivieren. Ministerin Genevard hat nach eigenen Angaben zudem Vertreter der führenden Versicherungsunternehmen zum Gespräch einbestellt, um eine zügige Entschädigung nach Ernteschäden sicherzustellen. In der Vorwoche hatte das Pariser Landwirtschaftsministerium aufgrund der Hitzewelle bereits betriebliche Kontrollen vorerst ausgesetzt und Brachen zur Futternutzung freigegeben.

Schlechte Aussichten für die Maisernte

Die Hitzewelle hat in Frankreich zu erheblichen Schäden in der Landwirtschaft geführt. Medienberichten zufolge sind Hunderttausende Nutztiere aufgrund der hohen Temperaturen verendet. Regional sind die Dienste für die Tierkörperbeseitigung überlastet und die Kadaver dürfen bis zu einem Aufkommen von 3 Tonnen von den Betrieben vergraben werden. In der Bretagne, einem Schwerpunkt der Schweine- und Geflügelhaltung, sind nach ersten offiziellen Schätzungen möglicherweise durchschnittliche Tierverluste von 30% zu erwarten.

Weniger Informationen liegen bislang zu den Schäden in der Pflanzenproduktion vor. Nach ersten Einschätzungen könnten insbesondere bei den Sommerungen spürbare Einbussen drohen. Laut dem Verband der Maiserzeuger (AGPM) könnte die diesjährige Körnermaisernte auf das niedrigste Niveau seit 26 Jahren fallen. Aktuell geht die Erzeugerorganisation von einem Aufkommen von 9,5 Mio. Tonnen aus, 2025 waren es einschliesslich Saatmais mehr als 13 Mio. Tonnen gewesen.

Im Agrarressort erwartet man, dass allein die jüngste Hitzewelle die Ernte um mindestens 10% verringern dürfte. Die französischen Landwirte haben allerdings auch den Anbau von Mais kräftig eingeschränkt. Nach Angaben des Statistischen Dienstes (Agreste) des Ministeriums beläuft sich das Maisareal auf rund 1,3 Mio. Hektar und ist damit um mehr als 18% verkleinert worden.

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