Hohe Düngemittelpreise: EU unterstützt Landwirte

Angesichts stark gestiegener Düngemittelpreise unterstützt die EU ihre Landwirte mit neuen Hilfsmassnahmen. Dazu zählen zusätzliche Liquiditätshilfen, höhere Vorschüsse auf Fördergelder und mehr Flexibilität bei Direktzahlungen, damit Betriebe schnell entlastet werden können.

ome/pd |

Ziel der am Freitag von der Europäischen Kommission beschlossenen Massnahmen ist es, die Versorgung der Landwirtschaft mit wichtigen Betriebsmitteln zu sichern und gleichzeitig die Ernährungssicherheit in Europa zu stärken. Laut der Europäischen Kommission sollen die Hilfen nicht nur die aktuelle Krise abfedern. Sie sind auch Teil einer langfristigen Strategie, die darauf abzielt, die Landwirtschaft widerstandsfähiger gegenüber künftigen Krisen zu machen.

Die neuen Massnahmen ergänzen das bereits beschlossene ausserordentliche Unterstützungspaket in Höhe von 540 Millionen Euro (503 Millionen Franken). Dieses wurde im Rahmen des EU-Aktionsplans für Düngemittel angekündigt und am 27. Juli verabschiedet.

Drei Massnahmen

In den vergangenen Monaten sind die Preise für Düngemittel deutlich gestiegen. Hauptgründe dafür sind geopolitische Spannungen sowie Störungen in den internationalen Lieferketten. Dadurch sehen sich viele landwirtschaftliche Betriebe mit höheren Kosten und finanziellen Herausforderungen konfrontiert. «Gezielte Anpassungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) werden es den Mitgliedstaaten ermöglichen, Landwirte schneller und flexibler beim Zugang zu Düngemitteln zu unterstützen», schreibt die EU-Kommission.

Um die Situation der Landwirte zu verbessern, setzt die EU hauptsächlich auf drei Unterstützungsinstrumente. Mithilfe zusätzlicher Finanzhilfen (1), höherer Vorschüsse (2) und flexiblerer Fördermöglichkeiten (3) sollen Landwirte schneller und wirksamer unterstützt werden. Damit will die Europäische Kommission sowohl die wirtschaftliche Stabilität der Betriebe als auch die Ernährungssicherheit in Europa sichern.

Neue Liquiditätshilfe für Betriebe (1)

Die Mitgliedstaaten können künftig eine neue Krisenunterstützung im Rahmen der ländlichen Entwicklung bereitstellen. Diese Hilfe kann zu bis zu 65 Prozent aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (Eler) finanziert werden. Zusätzlich dürfen die Mitgliedstaaten nationale Mittel in Höhe von bis zu 200 Prozent des EU-Beitrags bereitstellen.

Die Unterstützung kann als Pauschalbetrag pro Hektar ausgezahlt werden. Dadurch sollen die Gelder schnell und mit möglichst geringem Verwaltungsaufwand bei den Betrieben ankommen.

Höhere Vorauszahlungen (2) und mehr Flexibilität bei Direktzahlungen (3)

Ausserdem erhalten die Mitgliedstaaten die Möglichkeit, Landwirten bereits vor dem 16. Oktober höhere Vorschüsse auf ihre Förderzahlungen zu gewähren. Dadurch soll die Liquidität der Betriebe verbessert und die Finanzierung laufender Kosten, wie etwa den Kauf von Düngemitteln, erleichtert werden.

Die EU räumt den Mitgliedstaaten bei den Direktzahlungen zusätzlich mehr Spielraum ein. Die EU-Mitgliedstaaten können ihre Mittelzuweisungen für das Kalenderjahr 2027 anpassen und so gezielter auf die Folgen der hohen Düngemittelpreise reagieren.

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