Hohe Spritpreise: Wütende Bauern blockieren Italiens Strassen

Ein seit Freitag laufender Protest italienischer Transporteure und Bauern gegen die hohen Kraftstoffpreise hält an. In Süditalien sind auch am Sonntag Strassenblockaden fortgesetzt worden. Lastwagen, schwere Nutzfahrzeuge und Traktoren blockierten strategisch wichtige Verkehrspunkte in Kalabrien, Sizilien und Apulien.

sda |

Allein in Kalabrien gab es nach Angaben des regionalen Logistikverbands Fedralog rund 15 Protestposten mit etwa 400 Fahrzeugen. In Kalabrien und Apulien drohten die Transporteure damit, ihre Fahrzeuge nach Rom zu bringen, falls konkrete Zusagen ausblieben. «Worte reichen nicht mehr», erklärten die Protestierenden.

Die Demonstranten richten ihre Hoffnungen nun auf Gespräche mit der Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in der kommenden Woche. Verkehrsminister Matteo Salvini will sich am Montag in Mailand mit den wichtigsten nationalen Verbänden des Strassengüterverkehrs treffen.

Weitere Aktionen geplant

Für den 27. Oktober ist zudem eine weitere Zusammenkunft im Verkehrsministerium in Rom vorgesehen. Salvini stellte darüber hinaus ein gesondertes Treffen mit Vertretern aus Kalabrien, Sizilien und Apulien in Aussicht. Die sizilianischen Transportunternehmen kündigten an, ihre Aktionen bis zum 27. Oktober fortzusetzen.

Der Dieselpreis stieg nach Angaben des Wirtschaftsministeriums auf durchschnittlich 2,296 Euro pro Liter an Autobahntankstellen im Selbstbedienungsbetrieb und auf 2,257 Euro (2,09 Franken) im übrigen Strassennetz. Nach Berechnungen des Verbraucherschutzverbands Codacons liegt der Dieselpreis damit knapp 40 Prozent über dem Vorjahresniveau. Ein Liter Diesel kostet 63,3 Cent (59 Rappen) mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum

Eingreifen der Regierung gefordert

Der Verbraucherschutzverband Codacons fordert angesichts der gestiegenen Kraftstoffpreise ein Eingreifen der Regierung. Auch die Landwirtschaft fordert angesichts steigender Produktionskosten Unterstützung. Die Agrarpolitische Kommission der italienischen Regionen sprach sich für eine nationale und europäische Initiative aus, um bestehende Hilfsinstrumente für Bauern auszuweiten.

Insbesondere solle das im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik vorgesehene Sonderinstrument SRJ01, das bisher zur Abfederung höherer Düngemittelkosten dient, auch zur Unterstützung bei anderen gestiegenen Produktionskosten eingesetzt werden. Die Regionen wollen den Vorschlag dem Landwirtschaftsministerium vorlegen und Gespräche mit der Europäischen Kommission anstossen.

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