
Die Niederlande haben in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres spürbar mehr Wirtschaftsdünger aus der Nutztierhaltung ins Ausland und vor allem nach Deutschland geliefert.
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Nach Zahlen der niederländischen Unternehmensagentur (RVO) belief sich die Exportmenge auf insgesamt 1,06 Mio. Tonnen. Das waren 7,9% mehr als im Vorjahreszeitraum. Der exportierte Wirtschaftsdünger enthielt fast 8860 Tonnen Phosphat und knapp 11’250 Tonnen Stickstoff, was im Vergleich zum ersten Quartal 2025 einem Rückgang um 5,7% beziehungsweise einem Plus von 7,7% entspricht.
Deutschland grösster Abnehmer
Vor allem die Gülleexporte nach Deutschland legten zuletzt erneut zu. Die Bundesrepublik ist seit Jahren der wichtigste Abnehmer – vor Frankreich und Belgien. Laut RVO kamen hierzulande im ersten Quartal 2026 insgesamt gut 675’750 Tonnen Wirtschaftsdünger aus Holland an, nach lediglich rund 586’510 Tonnen im Vorjahreszeitraum. Die damit bezogenen Mengen an Phosphat und Stickstoff stiegen ebenfalls kräftig, nämlich um 6,4% auf rund 3860 Tonnen beziehungsweise um sogar 20,6% auf etwa 6365 Tonnen.
Für Frankreich als zweitwichtigstes Zielland verzeichnete die RVO dagegen einen Rückgang der Einfuhren von niederländischem Wirtschaftsdünger um 8,3% auf rund 223’180 Tonnen. In Belgien ergab sich indes ein Plus von 7,5% auf 142’220 Tonnen.
Hohe Kosten
Ursache für die umfangreicheren Exporte ist die 2026 ausgelaufene Derogation für die Ausbringung von Wirtschaftsdünger tierischer Herkunft in den Niederlanden: Dort müssen die Landwirte nun die Obergrenze von 170 Kilogramm Stickstoff pro Hektar nach Massgabe der EU-Nitratrichtlinie einhalten. Im vergangenen Jahr waren noch bis zu 30 Kilogramm mehr erlaubt.
Die inländischen Kosten für die Abgabe von Wirtschaftsdünger sind seit 2023 zugleich stark gestiegen und belasten die Wirtschaftlichkeit der Tierproduktion. Anfang Februar 2026 lagen die Preise pro Kubikmeter nach Angaben des Niederländischen Zentrums für Gülleverwertung (NCM) zwischen 30 Euro (27,50 Fr.) im Süden des Landes und 38 Euro (34,80 Fr.) im Nordosten.
Das Landwirtschaftsministerium setzt zur Verringerung des Gülleüberschusses vor allem auf Ausstiegsregelungen für Nutztierhalter, die Abschöpfung beim Handel mit Produktionsrechten, die Förderung des Wirtschaftsdüngerexports und die Einführung von Renure. Ressortchef Jaimi van Essen geht davon aus, dass die Ausstiegsprogramme ihre volle Wirkung bis Ende 2027 entfalten dürften. Erst dann sei mit einer spürbaren Entlastung des Güllemarktes zu rechnen.