
Auf Unregelmässigkeiten bei brasilianischen Rindfleischlieferungen in die EU hatte im November 2025 das «Irish Farmers Journal» aufmerksam gemacht. (Symbolbild)
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Bei der Einfuhr von brasilianischem Rindfleisch drängt die EU-Kommission auf wirksamere Kontrollen. Das teilte ein Sprecher der Brüsseler Behörde auf Anfrage von Agra-Europe mit. Konkret geht es um die Einfuhr von Fleisch – meist von weiblichen Rindern –, die zuvor mit 17β-Östradiol behandelt worden sind. Das Hormon ist aufgrund gesundheitlicher Risiken in der Europäischen Union nicht zugelassen.
Aktionsplan nicht hinreichend umgesetzt
Bereits 2024 hatte die Kommission einen Prüfbericht vorgelegt und die Vorkehrungen Brasiliens gegen die Einfuhr von hormonbelastetem Fleisch als unwirksam eingestuft. Der nun präsentierte Folgebericht für den Zeitraum vom 14. bis 31. Oktober 2025 kommt zum Schluss, dass nicht alle Empfehlungen des brasilianischen Landwirtschaftsministeriums umgesetzt wurden.
Mittlerweile zufriedenstellend ist aus Sicht der EU-Behörde zwar die Leistungsfähigkeit des brasilianischen Labornetzwerks, um mögliche Verfehlungen vor dem Export nach Europa aufzudecken. Ein zuvor von Brüssel geforderter Aktionsplan, der sicherstellen soll, dass mit 17β-Östradiol behandelte Rinder nicht in die EU gelangen, sei jedoch nicht hinreichend umgesetzt worden.
Mängel «dringend und wirksam» beheben
Wie der Kommissionssprecher gegenüber Agra-Europe erläuterte, werde man die von Brasilien veranlassten Nachbesserungen weiterhin «sehr genau» beobachten. Zudem verwies er auf ein kürzlich geführtes Telefonat zwischen dem zuständigen EU-Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi und dem brasilianischen Landwirtschaftsminister Carlos Fávaro. Der Ungar habe darin gefordert, bestehende Mängel «dringend und wirksam» zu beheben.
Konkret soll der landwirtschaftliche Betrieb, von dem die beanstandete Sendung stammt, von der Liste der Unternehmen gestrichen werden, die in die EU exportieren dürfen. Gleiches soll zunächst für alle anderen Betriebe gelten, die von derselben Stelle wie der beanstandete Rinderhalter zertifiziert wurden. Der betreffenden Zertifizierungsstelle wurde bereits die Lizenz entzogen. Sie muss nun nachweisen, dass alle Mängel behoben und wirksame Kontrollen eingeführt worden sind. Laut Kommission hat Brasilien bestätigt, dass die beanstandete Zertifizierungsstelle ihre Arbeit eingestellt hat.
Grenzkontrollen verstärken
Darüber hinaus habe man bereits alle EU-Grenzkontrollstellen aufgefordert, die Kontrollfrequenz für aus Brasilien importiertes Fleisch zu erhöhen. Diese verstärkten Kontrollen würden so lange fortgesetzt, bis das Problem unter Kontrolle sei, so der Sprecher.
Auf Unregelmässigkeiten bei brasilianischen Rindfleischlieferungen in die EU hatte im November 2025 das «Irish Farmers Journal» aufmerksam gemacht. Aus dem Umfeld der EU-Kommission heisst es derweil, dass lediglich rund 40 Tonnen mit 17β-Östradiol belastet gewesen seien. Dies entspricht rund 0,1 % der EU-Rindfleischimporte aus Brasilien im betrachteten Zeitraum und 0,001 % des EU-Rindfleischverbrauchs. Andere Medien sprechen hingegen von 61 Tonnen.