Die Erderwärmung könnte nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) mehr als doppelt so gravierend ausfallen wie von der Staatengemeinschaft bislang als hinnehmbar akzeptiert.
Nach derzeitigem Stand müsse von einer Erwärmung um 3,6 bis 5,3 Grad Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts ausgegangen werden, erklärte die IEA am Montag in Paris. Internationales Ziel ist es, die Klimaerwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen.
In einem am Montag vorgestellten Klima-Bericht der IEA heisst es, der Ausstoss von klimaschädlichen Treibhausgasen aus dem Energiesektor habe im vergangenen Jahr um 1,4 Prozent zugelegt und einen Rekordwert erreicht. Der Energiesektor ist für rund zwei Drittel des Ausstosses von Treibhausgasen verantwortlich. IEA-Chefin Maria van der Hoeven erklärte, zur Senkung solcher Emissionen könnte «viel mehr» unternommen werden, ohne das Wirtschaftswachstum zu gefährden.
Die IEA machte vier Vorschläge, um den Ausstoss von Treibhausgasen im Energiesektor bis 2020 um acht Prozent zu senken. Die Hälfte der Reduktion könnte demnach durch Effizienzsteigerungen im Bausektor, in der Industrie und im Verkehrs- und Transportwesen erzielt werden. Der Rest der Senkung könne erzielt werden durch einen Verzicht auf wenig effiziente Kohlekraftwerke, eine Verminderung des Ausstosses von Methangas bei der Öl- und Gasförderung und eine Kürzung von Subventionen für Treibstoff.