Der weltweite Transport von Wein verursacht einen vergleichsweise geringen CO2-Ausstoß. So verbraucht der Transport einer Flasche Rotwein aus Kalifornien bis zum Einzelhändler in Deutschland nicht mehr Kohlendioxid als das sonntägliche Brötchenholen mit dem Auto.
Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) in Kooperation mit der San Francisco State University in einer Studie gekommen; die Ergebnisse sollen Ende Juli auf einer Konferenz in Bordeaux vorgestellt werden. Demnach sind dem globalen Transport einer Flasche Zinfandel über 18 000 km vom Abfüller in Kalifornien bis zum Einzelhandel in Deutschland 200 g Kohlendioxid zuzurechnen. Im Vergleich dazu liege der Verbrauch pro Kopf und Jahr in deutschen Privathaushalten bei rund 4,4 t CO2, berichtete die JLU. Zum Beispiel würden 200 g Kohlendioxid auch frei, wenn ein privater Pkw eine Strecke von nur 1,4 km etwa für die Fahrt zum Briefkasten, den Schulweg der Kinder oder das sonntägliche Brötchenholen mit dem Auto zurücklege.
Laut den Hochschulangaben kamen für die Gesamtstrecke vom Erzeuger in Kalifornien bis zum Weinhändler in Deutschland verschiedene Transportmittel zum Einsatz, deren Treibstoffverbrauch, Beladungsmengen und Leerfahrten beziehungsweise Auslastungsgrade in die Bilanz einflossen. Nicht enthalten sei die Weinerzeugung selbst, die in einem kalifornischen Großbetrieb mit etwa 100 g CO2 pro Flasche zu Buche schlage. Zudem fehle die CO2-Emission für den Weg des deutschen Endverbrauchers zum und vom Einkauf. Dieser Anteil betrage laut früheren eigenen Studien im Mittel zusätzlich noch einmal 390 g Kohlendioxid pro Flasche.