NL: Interesse an Bio-Regelungen sinkt

Die Zahl der niederländischen Landwirte, die an den GAP-Bio-Regelungen teilnehmen wollen, ist für 2026 im Vorjahresvergleich um 6% auf 32’052 gesunken. Als Gründe gelten die Unsicherheit über die endgültige Förderhöhe sowie Kritik am ergebnisorientierten Bewertungssystem mit seinen finanziellen Risiken. 

Die Zahl der niederländischen Landwirte, die sich für die Bio-Regelungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für 2026 angemeldet haben, ist deutlich geringer als im Jahr davor.

Unsicherheit über Förderhöhe

Wie aus einem Schreiben des Landwirtschaftsministers Jaimi van Essen an die Zweite Kammer des niederländischen Parlaments hervorgeht, stellten insgesamt 43’276 Landwirte Anträge auf GAP-Direktzahlungen; das sind 1% weniger als 2025. Davon entschieden sich jedoch nur 32’052 Betriebe für die Teilnahme an den Bio-Regelungen. Das entspricht dem Minister zufolge einem «erheblichen Rückgang» um 6%.

Als eine Ursache für diese negative Entwicklung vermutet van Essen, dass einige Landwirte im vergangenen Jahr die Förderbedingungen nicht erfüllen konnten. Bauern, Branchenvertreter und Berater hätten allerdings kritisiert, dass die Fördermittel nicht ausschliesslich auf der Grundlage des betriebenen Aufwands gewährt würden, sondern von den erzielten Ergebnissen abhingen. Diese würden aber auch vom Wetter und anderen externen Faktoren mitbestimmt. Die Unsicherheit über die endgültige Förderhöhe könne daher die Zurückhaltung mancher Landwirte im laufenden Jahr erklären.

Punkte sammeln für Medaillensystem

Zudem wird die niederländische Ausgestaltung der Bio-Regelungen von vielen Landwirten als ungerecht empfunden. Während Länder wie Deutschland, Spanien und Italien feste Prämien für einzelne Massnahmen gewähren, setzen die Niederlande auf ein System mit rund 20 verschiedenen Öko-Aktivitäten. Deren Umsetzung wird anhand eines Punktesystems bewertet, das sich an fünf Umweltzielen orientiert. Je nach erreichter Punktzahl können die Betriebe die Prämienstufen Bronze, Silber oder Gold erreichen. Kritiker bemängeln, dass die Ablehnung einer einzigen Massnahme aufgrund der vorgeschriebenen Mindestpunktzahlen erhebliche finanzielle Einbussen nach sich ziehen könne.

Um dieses Risiko künftig zu verringern, will van Essen sowohl den Nationalen Strategieplan als auch die nationale Durchführungsverordnung anpassen. Noch im Sommer sollen die Landwirte Klarheit über die Bedingungen für das nächste Antragsjahr erhalten. Allerdings zeigte der Minister sich grundsätzlich vom Sinn der ergebnisorientierten Bewertung von Bio-Massnahmen überzeugt. Nur so könne sichergestellt werden, dass die betreffenden EU-Mittel tatsächlich zu den vereinbarten Umwelt- und Klimazielen beitragen.

Förderetat 2026 fast ausgeschöpft

Darüber hinaus arbeitet das Landwirtschaftsministerium gemeinsam mit der staatlichen Unternehmensagentur (RVO) daran, die Kommunikation über die Öko-Regelungen zu verbessern. Nach Angaben des Ministers stellt die RVO inzwischen ausführlichere Informationen zu den Kontrollen mittels des satellitengestützten Area Monitoring Systems (AMS) sowie zum Bewertungssystem im Internet bereit. Ausserdem erläutere die Behörde detailliert, wie Öko-Massnahmen rechtzeitig angepasst oder beendet werden können.

Für 2026 beantragten die niederländischen Landwirte im Rahmen der Bio-Regelungen Fördermittel in Höhe von insgesamt 195,3 Mio. Euro (180 Mio. Franken). Damit würde das verfügbare Budget von 197,3 Mio. Euro (181,7 Mio. Franken) nahezu vollständig ausgeschöpft. Für das Antragsjahr 2025 wurden den Programmteilnehmern bis zum 1. Juni 2026 bereits rund 160 Mio. Euro (147,3 Mio. Franken) ausgezahlt. Zu diesem Zeitpunkt waren 98% der betreffenden Anträge bearbeitet.

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