
Im Zeitraum 2026 bis 2028 sollen im Rahmen eines Plans namens «Coltivaitalia» mehr als 1 Mrd. Euro (940 Mio. Franken) bereitgestellt werden.
zvg
Auch als Gegenentwurf zu den drohenden Kürzungen auf europäischer Ebene will die italienische Regierung mehr Geld für die Primärerzeugung lockermachen. Im Zeitraum 2026 bis 2028 sollen im Rahmen eines Plans namens «Coltivaitalia» mehr als 1 Mrd. Euro (940 Mio. Franken) bereitgestellt werden.
Das entsprechende Gesetz hat die Abgeordnetenkammer passiert; nach der Sommerpause soll der Senat grünes Licht geben. Die Regierung strebt an, nach dem Jahreswechsel mit der Auszahlung der Mittel zu beginnen. Noch nicht endgültig absehbar ist allerdings, in welchem Umfang der Branche tatsächlich zusätzliche Mittel zugeführt werden.
Schwerpunkt auf Ernährungssouveränität
Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Rom sollen insgesamt 970 Mio. Euro (912 Mio. Franken) die Strategie zur Verbesserung der Ernährungssouveränität unterfüttern. Konkret sollen jeweils 300 Mio. Euro (282 Mio. Franken) wichtige Lieferketten, die Tierhaltung und den Olivenanbau stärken. Unter anderem soll die Selbstversorgung mit Rindfleisch verbessert werden.
Die Mittel für die Olivenbauern sollen im Rahmen eines sektoralen Aktionsplans ausgereicht werden, der die Branche bis 2030 «strukturell beleben» soll. Weitere 70 Mio. Euro (66 Mio. Franken) sollen akut unter Druck stehende Wertschöpfungsketten entlasten; das Ministerium nennt in diesem Zusammenhang unter anderem Weichweizen, Gerste, Mais und Eiweisspflanzen.
Kostenlose Flächen für Junglandwirte
Auch die Generationenerneuerung in der Landwirtschaft nimmt die Regierung ins Visier. Staatliche Darlehen im Umfang von 150 Mio. Euro (141 Mio. Franken) sollen die Branche verjüngen und auch weiblicher machen. Flankierend soll dem Berufsnachwuchs der Zugang zu Land erleichtert werden.
Den Ministeriumsangaben zufolge sollen Landwirte zwischen 18 und 41 Jahren für zehn Jahre pachtfrei Flächen nutzen können. Für das Programm sollen mehr als 8'000 Hektaren zur Verfügung gestellt werden. Nach Ablauf der Nutzungsfrist soll eine Option zum Kauf für die Hälfte des ursprünglichen Marktwerts angeboten werden.
Langfristige Lieferverträge fördern
Ein stabilisierender Eingriff ist dem Ministerium zufolge beim Getreidemarkt notwendig. Hier sollen 10 Mio. Euro (9,4 Mio. Franken) Anreize für langfristige Verträge in der Weizenlieferkette schaffen. Geplant sind Steuergutschriften, die in Abhängigkeit von der Laufzeit gewährt werden sollen.
Ziel ist es laut Ministerium, Marktschwankungen abzufangen und den Landwirten ein stabiles Einkommen zu sichern. Auch bei der Diversifizierung sollen die Betriebe im Rahmen von «Coltivaitalia» unterstützt werden. Um den Wein- und Olivenöltourismus zu fördern, sind 9,2 Mio. Euro (8,6 Mio. Franken) vorgesehen.
Feuerbakterium im Visier
Ebenfalls der Olivenölproduktion zugutekommen soll ein Sonderbeauftragter für das Feuerbakterium Xylella fastidiosa. Das Amt soll mit einem Budget von 3 Mio. Euro (2,8 Mio. Franken) ausgestattet werden und zunächst bis 2028 bestehen.
Laut Ministerium soll der Sonderbeauftragte den Kampf gegen die Ausbreitung des Schädlings koordinieren und auch die Forschung in geordnetere Bahnen lenken. Die personelle Ausstattung umfasst drei Stellvertreter und fünf Mitarbeitende.