Grossbritanniens Junglandwirte sind angesichts der weltweit angespannten Nahrungsmittelversorgung sowie des Preisanstiegs durch die Corona-Pandemie und des Brexit sehr besorgt.
Das geht aus einer Umfrage der britischen Junglandwirteorganisation (NFYFC) zur künftigen Landnutzung hervor, die noch vor Beginn des Ukraine-Krieges durchgeführt worden war und deren Ergebnisse jetzt vorliegen.
Demnach wurden von den Teilnehmern als wichtigste künftige politische Prioritäten für die Landbewirtschaftung die Sicherung der Ernährung, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Umwelt- und Nahrungsmittelproduktionskosten sowie die Möglichkeit, auf dem Land zu leben und zu arbeiten, genannt.
Anforderungen grösser als je zuvor
Dem NFYFC zufolge sind die Herausforderungen für „diese Generation von Landwirten“ grösser als alle anderen seit Menschengedenken. Während sie erstmals seit 100 Jahren mit einer globalen Pandemie konfrontiert seien, müssten sie sich auch an die Anforderungen des Wandels in der Agrarpolitik anpassen und den „globalen Schock einer steigenden Inflation“ schultern.
Skeptisch äusserten sich die befragten Junglandwirte mit Blick auf den eigenen Einstieg in die Landwirtschaft und die Weiterentwicklung des Betriebes.
Laut NFYFC waren nur 32 % der Befragten der Auffassung, dass es in England relevante Ausbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für Menschen gibt, die in die Landwirtschaft oder das Landmanagement einsteigen wollten.
Alle Hürden prüfen
Die Vorsitzende des für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zuständigen Gremiums im NFYFC, Charlotte Garbutt, forderte, alle gängigen Hürden für Neueinsteiger und die nächste Generation von Landwirten zu überprüfen und ihnen mehr Unterstützung zu gewähren.
Als Beispiele nannte sie den Zugang zu Finanzmitteln und Land, geschäftliche Unterstützung und Mentoring. „Junglandwirte wollen sich den Herausforderungen der Zukunft stellen. Aber es muss klar sein, wie die neuen staatlichen Regelungen mit der Lebensmittelproduktion und der Landbewirtschaftung harmonieren, damit unsere anerkannten und marktfähigen Standards im Umwelt- und Tierschutz optimiert werden können“, erklärte Garbutt.
Ungewissheit ist gross
„Sehr ausgeprägt“ ist unter den Befragten nach Angaben der NFYFC die Ungewissheit über die Zukunft. So hätten 60 % der Befragten angegeben, nicht zu wissen, wie sich die derzeitigen und künftigen politischen Veränderungen auf sie auswirken werden. Insgesamt 21 % der Teilnehmer seien der Ansicht, dass die Veränderungen positiv sein werden. 18 % erwarteten, dass es in die negative Richtung gehe.
Für die NFYFC deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass Junglandwirte genauere Erläuterungen über die agrarpolitischen Anpassungen benötigten, damit sie die Auswirkungen für ihren Betrieb besser verstehen könnten.
