Auf EU-Ebene soll das Thema Meeresvermüllung höher auf die Agenda gesetzt werden. Politiker und Fachleute haben bei einer internationalen Konferenz in Berlin zu einem verstärkten Kampf gegen die Verschmutzung der Meere aufgerufen.
«Müllteppiche unvorstellbaren Ausmasses auf den Ozeanen sind ein klarer Beweis dafür, dass wir diese Bedrohung bisher nicht ernst genug genommen haben», sagte der gastgebende deutsche Umweltminister Peter Altmaier am Freitag.
Bewusstseinswandel erforderlich
EU-Umweltkommissar Janez Potocnik betonte, nötig sei, dass die europäische Bevölkerung auf Müllvermeidung achte. Dies sei nicht allein über Gesetze zu erreichen, vielmehr müsse es einen Bewusstseinswandel in der Bevölkerung geben.
Nach Angaben des UNO-Umweltprogramms treiben 13'000 Plastikpartikel auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche - durch Strömungen werden diese weltweit verteilt. Potocnik sieht keine Chance, diese wieder einzusammeln. Es gehe jetzt darum, zu verhindern, dass noch mehr Abfall ins Meer gelangt.
200 Plastiktüten
Die EU-Kommission empfiehlt eine Abgabepflicht auf Plastiksäcken, auch eine Umweltsteuer wurde ins Spiel gebracht. Lange Zeit wurde über ein Verbot von Plastiksäcken diskutiert, aber es ist aus rechtlichen Gründen vom Tisch. Umweltexperten der EU schlagen vor, ein europaweites Ziel zur Reduzierung von Plastiksäcken festzulegen - ähnlich wie beim Treibhausgasausstoss.
Auf jeden EU-Bürger kommen pro Jahr im Schnitt 200 Plastiktüten. Ein Vorschlag ist, dass 2020 jeder EU-Bürger im Schnitt jährlich nur noch rund 40 Plastiksäcke verbraucht.