Knatsch wegen Agrarzöllen

Die Türkei hat die Liste der mit Einfuhrzöllen belegten landwirtschaftlichen Produkten aus Russland ausgeweitet. Der russische Agrarminister Alexander Tkatschow zeigte sich angesichts der türkischen Massnahmen am Montag vergangener Woche sehr enttäuscht.

Die Türkei hat die Liste der mit Einfuhrzöllen belegten landwirtschaftlichen Produkten aus Russland ausgeweitet. Der russische Agrarminister Alexander Tkatschow zeigte sich angesichts der türkischen Massnahmen am Montag vergangener Woche sehr enttäuscht.

Beide Parteien haben in den vergangenen sechs Monaten auf eine Normalisierung der bilateralen Handelsbeziehungen hingearbeitet. Allerdings würden die russischen Exporteure nur etwa fünf Monate benötigen, um neue Märkte zu erschliessen, so Tkatschow. Zu den potentiellen alternativen Abnehmern gehörten unter anderem Bangladesch, Ägypten, Syrien, Thailand und Indonesien.

Im Einzelnen erhebt die Türkei seit dem 24. März auch Importabgaben auf Sonnenblumenöl und -schrot sowie auf bestimmte zuvor nicht betroffene Hülsenfrüchte aus Russland, wie die Tageszeitung „Iswestija“ berichtete. Bislang waren nur Weizen, Mais, Reis und Bohnen betroffen gewesen. Die Zollsätze belaufen sich für Weizen und Mais auf 130%, für Reis auf 45%, für Sonnenblumenschrot auf 13,5% und für Leguminosen auf 9,7%.

Für Sonnenblumenöl gilt ein Zollsatz von 36 %, wobei zur Berechnung der Abgabe ein fiktiver Warenwert von 1'500 USD (1'508 Fr.) pro Tonne festgelegt wurde. Das russische Agrarministerium kritisierte, dass diese Berechnungsbasis deutlich über dem tatsächlichen Preis von aktuell etwa 800 USD/t (804 Fr.) liege.

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