Mehr als 100 kolumbianische Bauern verklagen den Ölgiganten BP auf Millionen-Entschädigung. Sie warfen dem Konzern zu Prozessbeginn in London am Mittwoch vor, beim Bau einer Öl-Pipeline in den 90er Jahren die von ihnen bewirtschafteten Ländereien schwer beeinträchtigt zu haben.
Die 109 Bauern fordern insgesamt 18 Millionen Pfund (gut 27,2 Millionen Franken) Entschädigung. Die Klage richtet sich gegen die britische Firma Equion Energia, die früher BP Exploration hiess. BP habe den Bauern versprochen, für mögliche Schäden durch den Pipeline-Bau zu zahlen, sagte der Anwalt der Bauern, Alex Layton, vor Gericht in London. «Dieses Versprechen hat BP gebrochen.»
Der Konzern habe bei dem Pipeline-Projekt Ocensa auf billige Lösungen gesetzt. Die Bauern beklagen unter anderem Bodenerosion sowie Schäden an Pflanzen und an Wasserquellen.
BP wies die Vorwürfe zurück. Beim Bau der Pipeline seien «bedeutende Schritte» unternommen worden, um Schäden an den durchquerten Flächen zu vermeiden. Diese Massnahmen seien auch «effektiv» gewesen. Der Ölkonzern hat sich inzwischen aus Kolumbien zurückgezogen.