Trotz 18-stündiger Verhandlung haben sich die EU-Agrarminister in der Reform der gemeinsamen Fischerei-politik nur auf einen Minimalkompromiss einigen können. Vereinbart wurden langfristige Bewirtschaftungs-pläne, ein verbindliches Rückwurfverbot gibt es aber nicht.
Die EU-Kommission wollte festlegen, dass unerwünschter Beifang anders als bislang grundsätzlich mit an Land genommen werden muss. Die Mitgliedstaaten konnten sich aber bloss zu einer schrittweisen Einführung durchringen.Zudem verständigten sich die 27 EU-Länder zwar prinzipiell auf die Festlegung mehrjähriger Höchstfangmengen. Diese sollen aber erst gelten, sobald verlässliche Daten über die Fischbestände vorliegen, ohne dass ein Datum dafür absehbar wäre. Umweltschützer hatten sich - ebenso wie die EU-Kommission - weit mehr erhofft.
Den ursprünglichen Vorschlag der EU-Kommission hatten Umweltverbände und Vertreter der Wissenschaft im letzten Jahr als längst überfälligen «grossen Wurf» begrüsst. Die langfristigen Managementpläne sollten nach wissenschaftlichen Kriterien festlegen, wie viel Fisch gefangen werden darf.
Bislang verhandelten die Agrarminister diese Fangmengen jedes Jahr aufs neue während langen Nachtsitzungen untereinander - und überschritten regelmässig die Höchstmengen, die Meeresforscher für vertretbar hielten. Die Folge: Fast drei Viertel aller Bestände in Europa sind überfischt, weltweit sind es nur 25 Prozent.