Ein naturnaher Acker- und Gartenbau mit einem geringeren Ressourcenverbrauch sowie kleinere Viehbestände - dies ist das neue Leitbild der Rabobank für das Agrarkreditgeschäft. Vorgestellt wurde es in den vergangenen Wochen vom Direktor der Rabobank-Sparte Food & Agri, Alex Datema, auf mehreren Informationsveranstaltungen in den Niederlanden. Wie die Fachzeitschrift «roenten en fruit» berichtet, will die Bank dem Manager zufolge «jetzt auf Gewinne verzichten, um sie langfristig zu sichern».
Fünf Alternativen für Landwirte
Für die neue Kreditpolitik, die am 1. Oktober versuchsweise eingeführt wurde, stehen insgesamt 2,84 Mrd. Franken (3 Mrd. Euro) zur Verfügung. Landwirtschaftliche Unternehmer, die an ihrem jetzigen Standort nicht weiterkommen, haben laut Rabobank fünf Alternativen: Betriebsverlagerung, Extensivierung, Umstellung, Innovation oder die Betriebsaufgabe. Der Standort des Unternehmens sei heute noch wichtiger als bisher, hob Datema hervor.
Zu wenig Investitionen
Um die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft zu fördern, bietet die Rabobank verschiedene Finanzierungsinstrumente, darunter günstigere Zinsen und längere Rückzahlungsfristen.
«Zurzeit wird viel getilgt, aber nicht investiert“, berichtete Datema. Das sei eine Todsünde. «Wir müssen uns gemeinsam bewegen», stellte er klar. Beispielsweise sei ein Finanzierungsantrag für eine Bestandsaufstockung von 100 auf 130 Kühe für die Bank leicht zu beurteilen.
Dagegen sei eine Abstockung auf 80 Kühe «ungewohnt». Die Banker müssten noch lernen, solche Pläne zu beurteilen, so der Direktor.
Datema leitet seit Mai 2023 die Agrar- und Lebensmittelsparte der Rabobank. Zuvor war der Milchviehalter Vorsitzender der landwirtschaftlichen Naturschutzorganisation BoerenNatuur.
