Krieg: Angst vor massiver Ernährungskrise

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt infolge des Iran-Kriegs vor einer globalen Ernährungskrise. Besonders arme Länder könnten stark betroffen sein – mit einem Finanzbedarf von bis zu 50 Milliarden US-Dollar (44 Milliarden Franken).

AgE |

Infolge des Iran-Kriegs rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einer Ernährungskrise und nötigen Finanzhilfen von bis zu 50 Milliarden US-Dollar (rund 44 Milliarden Franken) beziehungsweise 43 Milliarden Euro (rund 41 Milliarden Franken) für besonders bedürftige Länder.

IWF-Chefin Kristalina Georgieva sagte in Washington laut MBI, mindestens 45 Millionen Menschen seien voraussichtlich von Hunger betroffen. Die Nachfrage nach kurzfristigen IWF-Hilfen werde auf «zwischen 20 und 50 Milliarden US-Dollar (rund 17,6 bis 44 Milliarden Franken)» steigen.

Die Untergrenze von 20 Milliarden US-Dollar (17,6 Milliarden Franken) gelte, falls die Waffenruhe halte, welche die USA und der Iran am Mittwoch (MESZ) verkündet hatten, sagte Georgieva in ihrer Ansprache vor dem Frühjahrstreffen von IWF und Weltbank in der kommenden Woche.

«Selbst im besten Fall wird es keine saubere und geordnete Rückkehr zum vorherigen Zustand geben», sagte sie über die erwartete Ernährungskrise unter anderem im Nahen Osten und in Teilen Afrikas. Expertinnen und Experten führen diese vor allem auf den Energiepreis- und Düngemittelschock zurück.

Schwächeres Weltwirtschaftswachstum erwartet

Wegen des Iran-Kriegs werde der IWF seine für kommenden Dienstag erwartete Weltwachstumsprognose nach unten korrigieren, kündigte Georgieva an. Selbst im «hoffnungsvollsten Szenario» werde das Wachstum geringer ausfallen, sagte die frühere EU-Vizekommissionspräsidentin aus Bulgarien.

Hauptgründe seien die Kriegsschäden an der Infrastruktur im Nahen Osten, Störungen der internationalen Lieferketten sowie ein Vertrauensverlust an den Weltmärkten.

Besonders arme Länder betroffen

Besonders betroffen seien einkommensschwache Länder, die auf Energieimporte angewiesen seien, sagte sie weiter.

«Denken Sie einmal an die pazifischen Inselstaaten am Ende einer langen Lieferkette, die sich fragen, ob nach einer so schweren Störung der Versorgung überhaupt noch Treibstoff bei ihnen ankommt», sagte Georgieva.

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