Lachs-Patent auf Prüfstand

Das Europäische Patentamt (EPA) wird wohl nochmals ein mögliches Patent, auf in bestimmter Weise gefütterte Lachse, prüfen. Das berichtete der Zusammenschluss „Keine Patente auf Saatgut!“ am vergangene Woche und bezog sich dabei auf die Akte der Patentanmeldung EP1965658 für ein Futtermittel mit der pflanzlichen Stearidonsäure.

Das Europäische Patentamt (EPA) wird wohl nochmals ein mögliches Patent, auf in bestimmter Weise gefütterte Lachse, prüfen. Das berichtete der Zusammenschluss „Keine Patente auf Saatgut!“ am vergangene Woche und bezog sich dabei auf die Akte der Patentanmeldung EP1965658 für ein Futtermittel mit der pflanzlichen Stearidonsäure.

Ursprünglich sollte nicht nur das Futtermittel in der Aquakultur patentiert werden, sondern auch Fische, die auf solche Weise gefüttert wurden, beziehungsweise aus ihnen gewonnenes Fischöl. Im Mai 2016 hatte das EPA in einem Schreiben an die Antragsteller in Australien mitgeteilt, dass das Patent in den nächsten Monaten erteilt werden würde.

Das hatte die Initiative, die von mehr als 300 Nichtregierungs- und Bauernorganisationen unterstützt wird, auf den Plan gerufen. Nun wurde der Patenanmelder laut „Keine Patente auf Saatgut!“ darüber informiert, dass eine erneute Prüfung angesetzt worden sei. Der Gentechnikkritiker Christoph Then kommentierte als Vertreter von „Keine Patente auf Saatgut!“: „Es ist ein wichtiges Zeichen, dass das EPA auf Proteste der Öffentlichkeit reagiert hat.“

Er ist jedoch überzeugt, dass das EPA „weiter macht wie bisher“, sobald die öffentliche Aufmerksamkeit nachlasse. Wenn die Politik dem Amt keine klaren Grenzen setze, würden auch in Zukunft Patente auf Pflanzen und Tiere gewährt. Und auch das Lachs-Patent könne immer noch erteilt werden. Then, der gleichzeitig Geschäftsführer des Vereins Testbiotech ist, sieht hier die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten gleichermassen gefordert.

Er erinnerte an bereits erteilte Patente auf Brokkoli, Tomaten und andere Kulturpflanzen sowie Patente auf die traditionelle Zucht von Kühen, Schweinen und Schafen. Laut Gesetz seien Patente auf Pflanzensorten und Tierarten verboten, ebenso auf die konventionelle Zucht von Pflanzen und Tieren, betonte Then. Das Europäische Patentamt, das selbst an der Erteilung von Patenten verdiene, habe es aber in den letzten Jahren geschafft, diese Verbote weitgehend zu unterlaufen und damit wirkungslos zu machen.

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