Die Milcherzeuger-gemeinschaft (MEG) Milch Board hat Forderungen des europäischen Milchindustrie-verbands (EDA) nach mehr Marktwirtschaft kritisiert. Der EDA setze nach wie vor auf billige Masse für den Weltmarkt, erklärte die MEG Milch Board am Dienstag vergangener Woche in einer Presse-mitteilung.
Am Weltmarkt aber treffe das EU-Angebot auf zusätzliche Milchmengen aus Neuseeland, Australien, Südamerika und den USA. Zudem dehnten auch klassische Importländer wie beispielsweise China ihre eigene Milchproduktion immer mehr aus.Ruf nach Mengenanpassung
Mit den so entstehenden Weltmarktpreisen könne die Milchbauern in Europa nicht mithalten. Verschärft werde der massive Preisdruck durch die weitere Verteuerung von Futtermitteln. Die MEG Milch Board bekräftigte im Gegenzug den Ruf nach der Möglichkeit zur Mengenanpassung und nach mehr Marktmacht für die Landwirte.
Bis Produzentenorganisationen aber eine ausreichende Struktur und Marktmacht entwickelt hätten, müsse für die Betriebe mit Hilfe angepasster Marktordnungen ein Mindestmass an Planungssicherheit gewährleistet werden.
„Ausfallsentschädigung“ Schritt in die richtige Richtung
Als Schritt in die richtige Richtung bezeichnete die MEG Milch Board die Idee einer „Ausfallsentschädigung“ für einen freiwilligen Produktionsverzicht im Krisenfall, die ursprünglich von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos ins Spiel gebracht wurde und mittlerweile im Europaparlament diskutiert wird.
Der EDA hatte in einer Stellungnahme aus Anlass der Gespräche im Parlament auf die planmässige Abschaffung der Milchquotenregelung 2015 gepocht und alternative Verwaltungsinstrumente zur Marktsteuerung abgelehnt