Milchbauern können nun Hilfsgelder beantragen

Seit Montag haben Milchbauern in der Europäischen Union, die weniger Milch produzieren wollen, die Möglichkeit, Hilfsgelder zu beantragen. Die Landwirte erhalten während drei Monaten für jeden nicht produzierten Liter Milch 14 Cent (15.2 Rp.), wie das deutsche Landwirtschaftsministerium mitteilte.

Seit Montag haben Milchbauern in der Europäischen Union, die weniger Milch produzieren wollen, die Möglichkeit, Hilfsgelder zu beantragen. Die Landwirte erhalten während drei Monaten für jeden nicht produzierten Liter Milch 14 Cent (15.2 Rp.), wie das deutsche Landwirtschaftsministerium mitteilte.

Das Programm zur Reduzierung der Milchmenge ist am Montag gestartet. Bis am Mittwoch, 21. September, können interessierte Produzenten Anträge für die erste von insgesamt vier geplanten Antragsrunden stellen.

Mindestens 1'500 kg oder max. 50% der Referenzmenge

Das Programm, für das die EU insgesamt 150 Millionen Euro (164 Mio. Franken) zur Verfügung stellt, soll die Produzenten zu einer freiwilligen Verringerung der Produktion animieren und so den Markt entlasten. In der ersten Antragsrunde können alle Bauer teilnehmen, die ihre Milchmenge von Oktober bis Dezember verringern wollen. Sie müssen aber im Referenzzeitraum des Vorjahrs (Oktober bis Dezember 2015) und im Juli 2016 an Erstkäufer – wie Molkereien, Händler oder Erzeugerorganisationen – Milch geliefert haben.

Die beantragte Reduktionsmenge muss mindestens 1'500 kg betragen und darf maximal 50% der Liefermenge der Referenzperiode im Vorjahr ausmachen. Ob tatsächlich die gesamte beantragte Milchmenge abgegolten wird, wird den Landwirten spätestens sieben Arbeitstage nach Ablauf der Einreichfrist mitgeteilt. Dann kann die EU-Kommission beurteilen, ob die maximale Reduktionsmenge von 1,071 Mio. t. (entspricht 150 Mio. Euro) eingehalten wird. Wird die Grenze überschritten, so werden die Mengen sämtlicher Antragsteller gekürzt.

Von der EU hat Deutschland 58 Millionen Euro erhalten. Der Betrag wird mit nationalen Mitteln verdoppelt.

Wirkung umstritten

Ob das Programm Wirkung zeigen wird, ist umstritten. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) hält dieses für einen Tropfen auf den heissen Stein angesichts der dramatischen Lage auf dem Milchmarkt. Gemäss Sprecher Hans Foldenauer wäre ein Zuschuss von 30 Cent (33 Rp.) notwendig. Zurzeit liegt der Milchpreis bei 23 bis 25 Cent je Liter. „Für nachhaltiges Wirtschaften mit Gewinn müsste der Preis bei mindestens 40 Cent liegen“, betont Foldenauer am Montag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Das Programm eignet sich gemäss BDM für Betriebe, die aussteigen. In den vergangenen 18 Monaten hätten 5‘000 Milchbauer das Handtuch geworfen. Um die Situation nachhaltig zu verbessern, sei es unabdingbar, Angebot und Nachfrage anzugleichen. Hierfür seien zeitlich begrenzte Liefermengen ein Instrument, jeweils dann, wenn es markttechnisch notwendig sei, so der BDM.

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