Das Karlsruher Forscherteam simulierte nach eigenen Angaben unterschiedliche Düngermengen an verschiedenen Standorten und berechnete mithilfe des biogeochemischen Modells LandscapeDNDC die Gesamtproduktion von Mais, Weizen und Reis zwischen 2015 und 2030.
«Unsere Modelle zeigen, dass der weltweite Gesamtverbrauch an Stickstoffdünger durch eine gleichmässigere Verteilung um 32 % gesenkt werden könnte, ohne das derzeitige Niveau der Getreideproduktion zu beeinträchtigen», berichtet e Dr. Andrew Smerald vo m Institut für Meteorologie und Klimaforschung - Atmosphärische Umweltforschung (IMK-IFU).
Das funktioniere, indem Stickstoffdünger aus traditionellen Anbaugebieten wie China, Nordamerika und Europa in weniger genutzte Gebiete wie Subsahara-Afrika umverteilt werde. Die Produktionssteigerung in diesen Regionen würde dann den Produktionsrückgang in den anderen Regionen ausgleichen. Mit diesem Ansatz könnten die Weizen- und Maisproduktion 45 % beziehungsweise 33 % weniger Stickstoffdünger verbrauchen, ohne die weltweite Produktionsmenge zu beeinflussen, so Smerald. Gleichzeitig liesse sich die Nitratauswaschung beim Weizen um 71 % und beim Mais um 63 % reduzieren.
«Unsere Studie zeigt, dass eine gleichmässigere Verteilung von Stickstoffdünger über die weltweiten Anbauflächen die Abhängigkeit von den derzeitigen Kornkammern verringern und die Stickstoffbelastung in Ostasien sowie anderen stark gedüngten Regionen reduzieren würde», erklärte der Wissenschaftler. Ein weiterer Vorteil wäre, dass Nutzpflanzen oft näher am Ort des Bedarfs angebaut werden könnten. So würde beispielsweise eine Steigerung der Ernteerträge in Afrika den Kontinent der Selbstversorgung näherbringen.
