Nestlé leidet unter Querelen um Maggi-Fertignudeln

Nestlé Indien hat durch den Verkaufsstopp für Maggi-Nudelgerichte auch im vierten Quartal 2015 einen Umsatz- und Gewinneinbruch verzeichnet. Die indische Tochtergesellschaft des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns weist einen um 23 Prozent tieferen Nettoumsatz von 19,5 Milliarden indischen Rupien (umgerechnet rund 280 Millionen Franken) aus.

sda |

Nestlé Indien hat durch den Verkaufsstopp für Maggi-Nudelgerichte auch im vierten Quartal 2015 einen Umsatz- und Gewinneinbruch verzeichnet. Die indische Tochtergesellschaft des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns weist einen um 23 Prozent tieferen Nettoumsatz von 19,5 Milliarden indischen Rupien (umgerechnet rund 280 Millionen Franken) aus.

Der Gewinn sank um knapp die Hälfte auf noch 1,83 Milliarden indische Rupien, wie dem Geschäftsbericht 2015 von Nestlé Indien zu entnehmen ist. Im dritten Quartal waren die Minusraten mit 32 Prozent beim Umsatz beziehungsweise 60 Prozent beim Gewinn noch etwas höher. Im Gesamtjahr ging der Umsatz um 17 Prozent auf 81,2 Milliarden indische Rupien und der Gewinn um gut die Hälfte auf 5,63 Milliarden indische Rupien zurück.

Das Ergebnis wurde in der Periode von Oktober bis Dezember somit weiter durch die Querelen um zu hohe Bleibelastungen in Fertig-Nudelgerichten der Marke Maggi belastet. Nestlé hatte die Produkte, die zu den Bestsellern des Lebensmittelkonzerns auf dem Subkontinent zählen, im Juni wegen Vorwürfen zu hoher Bleiwerte aus den Regalen genommen. Erst am 9. November wurden sie wieder in den Verkauf gebracht.

Von einem indischen Gericht beauftragte Tests hatten gezeigt, dass die Produkte sicher seien. Die indische Lebensmittelbehörde Food Safety and Standards Authority of India (FSSAI) hat diesen Entscheid allerdings nicht vollumfänglich akzeptiert, so dass die Gerichtssache weiter läuft, wie es im Geschäftsbericht heisst.

Ein erneutes Verkaufsverbot für die Fertignudelgerichte des Schweizer Lebensmittelkonzerns sei allerdings nicht das Ziel der FSSAI, hatte die indische Wirtschaftszeitung Business Standard Mitte November dazu geschrieben. Vielmehr sollen damit Teile des Urteils angefochten werden, welche die Rolle der Behörde sowie das Verhalten führender Manager in dem Fall kritisieren. Die Kosten für den Produkt-Rückruf hatte Nestlé bei früherer Gelegenheit auf rund 66 Millionen Franken beziffert. Das Jahresergebnis für den gesamten Konzern gibt Nestlé am Donnerstag bekannt.

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