Wie die Deutsche Grünen-Politikerin vergangene Woche bei der Konferenz «Proposal on NGT legislation: expected impacts on coexistence and genetic resources» in Brüssel betonte, muss die ökologische Landwirtschaft die Möglichkeit haben, auf neue Züchtungstechniken gemäss der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Kategorie 1 verzichten zu können.
Laut dem Brüsseler Vorschlag soll die NGT-Freiheit für Ökoprodukte weiter garantiert werden. Für die konventionelle Landwirtschaft soll die Kennzeichnungspflicht entfallen. Kritiker warnen allerdings davor, dass aufgrund der oftmals nicht möglichen technischen Nachweisbarkeit eine «Kontaminierung» ökologisch erzeugter Produkte nicht zu vermeiden sei.
Der Präsident der EU-Gruppe der Internationalen Vereinigung ökologischer Landbaubewegungen (IFOAM - Organics Europe), Jan Plagge, monierte, dass sich die NGT-Freiheit vor allem für verarbeitete Ökoprodukte, die gewisse zulässige Anteile an konventionellen Erzeugnissen enthielten, wie zum Beispiel Vitamine, bei einer Umsetzung des Kommissionsvorschlages nicht mehr sicherstellen liesse.
Die Wissenschaftlerin Dr. Michelle Habets vom niederländischen Rathenau Institut stellte die Ergebnisse von Umfragen zu neuen Züchtungstechniken in ihrem Heimatland vor. Sie wies darauf hin, dass die Mehrheit der in Einzelgesprächen befragten Teilnehmer die Sorge geäussert habe, dass grosse Unternehmen den Markt der Pflanzenzüchtung übernehmen könnten. Allerdings berichtete Habets auch, dass Konsumenten sich sogar eher für die NGT-Produkte entscheiden würden, wenn ihnen bekannt sei, dass viele konventionelle Züchtungen durch mutagene Techniken wie radioaktive Bestrahlung erzeugt worden seien.
