
Mit dem Verfahren Crispr werden einzelne Gene herausgeschnitten
LJNovaScotia
Sie sieht vor, dass einige neue genomische Verfahren nicht mehr unter die strengen Regeln für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) fallen sollen, berichtet die APA. Der von EU-Ministerrat und Parlament gefundene Kompromiss wurde nun von den Aussenministern abgesegnet, da es sich nur mehr um eine Formalie handelte.
Genschere einfacher zu verwenden
Neue Mutationsverfahren wie die Genschere Crispr/Cas (Kategorie NGT-1) sollen laut Einigung künftig einfacher zum Einsatz kommen und damit bearbeitete Pflanzen nicht mehr als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden. Ziel der Deregulierung ist unter anderem, gegen Wassermangel oder Schädlinge widerstandsfähigere Gewächse zu züchten. NGT-Verfahren mit nicht kreuzbaren Arten, Transgenese genannt, (Kategorie NGT-2) fallen hingegen unter die bestehenden, strengeren GVO-Verordnungen.
Grösster Streitpunkt unter den EU-Ländern war, ob es Patente auf die NGT-Sorten geben soll. Die Mehrheit der EU-Länder setzte das durch. Informationen über bestehende oder anhängige Patente sollen in einer öffentlich zugänglichen Datenbank hinterlegt werden. In dieser sollen alle Pflanzen aufgeführt werden, die den Status als NGT-Pflanze der Kategorie 1 haben.
Parlament muss noch zustimmen
Eine neu einzurichtende Sachverständigengruppe soll prüfen, wie sich die Patente auswirken. Innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten der Verordnung wird die Kommission eine Studie über die Auswirkungen veröffentlichen und falls nötig Folgemaßnahmen vorschlagen.
Der Text der Verordnung muss nun noch vom Europäischen Parlament final abgesegnet werden. Sobald sie angenommen wurde, tritt die Verordnung 20 Tage nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft. Die meisten Bestimmungen gelten nach einem Übergangszeitraum von 24 Monaten, sodass Zeit für die Annahme von Durchführungsbestimmungen bleibt. Der neue Rahmen wird voraussichtlich ab Mitte 2028 gelten.