NL: Warum die Agrarproduktion schrumpft

Die niederländische Bank ING erwartet für 2025 einen Rückgang der niederländischen Agrarproduktion, hauptsächlich durch den umweltpolitisch motivierten Abbau des Viehbestands. Die Milchproduktion dürfte um bis zu 3% sinken, während der Schweinebestand um 10% bis 15% schrumpfen werde.

Die niederländische Bank ING erwartet für 2025 einen weiteren Rückgang der Agrarproduktion im eigenen Land – trotz voraussichtlich hoher Produzentenpreise.

Umweltpolitische Abstockung

Die Analysten begründen ihre pessimistische Erzeugungsprognose vor allem damit, dass sich die umweltpolitisch motivierte Abstockung des Viehbestandes beschleunigen wird. Im Einzelnen rechnet die ING auf Jahressicht mit einem Rückgang der Milchproduktion um bis zu 3%. Auslöser seien die staatlichen Ausstiegsprogramme und die Abschöpfung beim Handel mit Milchproduktionsrechten.

Im Zuge des geringeren Milchangebots dürften die Produzentenpreise für Milch zumindest auf dem Niveau von 2024 bleiben. Preissteigerungen dürften allerdings durch die Ausweitung der Milchproduktion in anderen EU-Ländern gebremst werden. Derweil wird für die Produktionskosten ein Plus von 3 Euro (2.79 Franken) pro 100 Kilogramm Milch erwartet. Dies führe beim aktuellen Milchpreis zwar nicht zu finanziellen Problemen, beeinträchtige aber die Rentabilität des Sektors.

Extensivierung der Geflügelmast

Ausserdem prognostizieren die Banker für 2025 im Vorjahresvergleich einen Abbau des niederländischen Schweinebestands um 10 bis 15 Prozent. Derweil seien die Aussichten für die betreffenden Erzeugerpreise positiv. Die EU-Produktion von Schweinefleisch gehe nämlich schneller zurück als der Verbrauch. Unterdessen bleibe die Branche von Exporten in Drittländer abhängig. Allerdings seien die langfristigen Zukunftsaussichten weiterhin unsicher.

Auch für die niederländische Eiererzeugung erwartet die ING für das laufende Jahr gegenüber 2024 einen Rückgang, und zwar um 10 bis 20 Prozent. Ursache sei auch hier das grosse Interesse der Legehennenhalter an staatlichen Ausstiegsprogrammen. Diese Entwicklung werde die Eierpreise in den Niederlanden stützen, die sich damit weiterhin auf einem attraktiven Niveau bewegen dürften.

Hoch dürften auch die Preise für Geflügelfleisch bleiben. Bereits 2024 sei die betreffende Erzeugung um etwa 3% eingeschränkt worden, weil viele Geflügelhalter ihre Produktion im Rahmen des «Beter Leven»-Siegels extensiviert hätten. Diese Entwicklung werde sich im laufenden Jahr angesichts der guten Nachfrage des Lebensmitteleinzelhandels nach «Beter Leven»-Geflügelfleisch fortsetzen.

«Ausreichende» Gewinne für Ackerbauern

Der Produktionswert des niederländischen Tierhaltungssektors ging 2024 gegenüber dem Jahr davor nach vorläufigen Zahlen um 2% zurück. Gleichzeitig verringerte sich die betreffende Kennzahl für die Pflanzenproduktion um 1,4%. Laut der ING wird es für die Ackerbauern immer schwieriger, ihre Erntemengen in Zukunft stabil zu halten. Problematisch seien hier strengere Vorgaben für die Stickstoffdüngung und Einschränkungen für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Trotz dieser negativen Entwicklungen sind die Aussichten für die Ackerbauern im laufenden Jahr «gut», so die ING. Attraktive Produzentenpreise, vor allem für Weizen, und gesunkene Produktionskosten dürften «ausreichende» Gewinne ermöglichen. Auch für Unterglasgemüse und Zierpflanzen erwarten die Fachleute «gute» Erzeugerpreise.

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