Nutri-Score beeinflusst Kaufverhalten

Bei Produkten mit einem Nutri-Score-Siegel denken die Käufer eher nach, ob das Erzeugnis gesund ist. In einer Studie gaben 73% der Befragten an, dass sie das Label bereits kennen und über seine Bedeutung Bescheid zu wissen. Experten raten beim Kauf nicht nur auf den Nutri-Score zu achten. 

Wenn Lebensmittel mit dem Nutri-Score gekennzeichnet sind, entscheiden sich die Käuferinnen und Käufer anders. Dies ist das Ergebnis einer Studie der International School of Management (ISM) unter Leitung von Prof. Jens Kai Perret.

Der Wissenschaftler räumt ein, dass Experten aus der Lebensmittelindustrie den Nutri-Score in seiner Funktion kritisch beurteilen. Die Untersuchung habe jedoch gezeigt, dass die Befragten vor der Kaufentscheidung bei Produkten mit diesem Siegel eher darüber nachdenken würden, ob ein Produkt gesund sei, als ohne Kennzeichnung.

Keine Unterschiede beim Geschlecht

Im Rahmen der Studie hatten 296 Probanden insgesamt 24 Fragen zu beantworten. Vorab wurden sie gefragt, ob sie den Nutri-Score kennen. Rund 73% gaben an, das Label bereits zu kennen und über seine Bedeutung Bescheid zu wissen. Wiederum 23,6% der Befragten wählten das besser bewertete beziehungsweise gesündere Produkt, wenn sie die Bewertung über den Nutri-Score vorliegen hatten.

Weder Geschlecht noch Alter hatten dabei laut Perret einen signifikanten Einfluss auf die Kaufabsicht. „Die Ergebnisse legen nahe, dass der Nutri-Score es schafft, die deutsche Bevölkerung in ihren Ernährungsgewohnheiten deutlich zu beeinflussen, und externe Studien belegen, dass er dies auch wesentlich besser vermag als vergleichbare Front-of-Package-Labels“, resümierte der Wissenschaftler.

Gefahr des „Nutritional Greenwashing“

In einer weiteren Interviewstudie mit 23 Experten aus der Lebensmittelindustrie und Konsumenten aus unterschiedlichen Generationen wurde die tatsächliche Relevanz des Nutri-Score als Kennzeichnung gesunder Lebensmittel hinterfragt. Wie Perret dazu feststellte, sprechen gerade Industrieexperten dem Nutri-Score zwar eine Signalwirkung zu, betonen allerdings auch ganz deutlich die Breite der Optionen, die sich Unternehmen bieten, um darauf Einfluss zu nehmen und ein gutes Rating zu erzielen.

So könnte daraus eine Art „Nutritional Greenwashing“ werden, warnt der Wissenschaftler. Nicht jedes mit einem guten Nutri-Score ausgezeichnete Produkt sei also automatisch gesund. Ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe lohne. Umgekehrt sei nicht jedes Produkt mit einem mittleren Nutri-Score automatisch schlecht.

-> Hier können Sie eine detaillierte Beschreibung nachlesen und auf die entsprechenden Studien zugreifen. 

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