Die Berner SP-Nationalrätin Flavia Wasserfallen schreibt auf Facebook: «Vielen Dank für die Wahlempfehlung» und verlinkt auf den Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV). Weiter heisst es bei ihr: «Als Mitgründerin des Bioabis setze ich mich für eine nachhaltige und regionale Landwirtschaft ein – im Ständerat will ich dasselbe tun.»
Sie verlinkt «zur Wahlempfehlung» auf der Plattform, auf welcher der SBLV online Porträts von SBLV-Mitgliedern zeigt, die für den Nationalrat und/oder Ständerat kandidieren. Einerseits erinnert dies an den bernischen Ständeratswahlkampf von 2003, als die Bauernorganisation IP-Suisse die Konsumentenschützerin und SP-Frau Simonetta Sommaruga zur Wahl in den Ständerat empfahl und damit dazu beitrug, dass neben Hans Lauri (SVP) nicht die FDP-Kandidatin, sondern Sommaruga gewählt wurde.
Heuer duelliert sich der bisherige Ständerat, Bauernsohn und Agronom Werner Salzmann (SVP) im Ständeratswahlkampf mit Flavia Wasserfallen (SP), Bernhard Pulver (Grüne), Sandra Hess (FDP) und anderen. Andererseits ist bemerkenswert, dass Wasserfallen in den vergangenen vier Jahren als Nationalrätin in Landwirtschaftsfragen oft anders gestimmt hat, als es der Schweizer Bauernverband bzw. der SBLV, der in vielen agrarpolitischen Fragen sehr eng mit dem SBV ist, empfohlen hat.
So war Wasserfallen für die Trinkwasserinitiative, für die Pestizidverbotsinitiative, für die Massentierhaltungsiniative, für das Schleppschlauchobligatorium, für die 3,5 % Ökoflächen auf dem Ackerland und stimmte auch gegen die Aufstockung der Verkäsungszulage um 8 Mio. Fr. Bei anderen Entscheiden (Absenkpfad für Treibhausgase, Absatzförderung nur noch für pflanzliche Produkte, Wolf) enthielt sich Wasserfallen im Unterschied zur SP-Fraktion.
