Palmöl: EU-Importe erneut gesunken

Die Palmölimporte der EU sind im Wirtschaftsjahr 2025/26 erneut zurückgegangen. Mit 2,846 Mio. Tonnen lagen sie 5,2% unter dem Vorjahresniveau. Ursache sind vor allem strengere Vorgaben für palmölbasierte Biokraftstoffe sowie die zunehmende Nutzung von Abfallölen und -fetten als Alternative.

Die Palmölimporte der Europäischen Union waren auch im Wirtschaftsjahr 2025/26 rückläufig, allerdings nicht mehr so stark wie im Jahr zuvor. Nach Angaben der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (Ufop) wurden insgesamt 2,846 Mio. Tonnen Palmöl in die Gemeinschaft eingeführt; das waren 5,2% weniger als die 3,001 Mio. Tonnen im Vorjahr.

Grösster Importeur blieben die Niederlande mit 1,048 Mio. Tonnen, gefolgt von Italien mit 734’000 Tonnen. Deutschland führte 273’000 Tonnen und deckte damit vor allem die Nachfrage aus Lebensmittel-, Chemie- und Futtermittelindustrie.

Gesetzliche Vorgaben 

Als Begründung für die weitere Verringerung der Importe führt die UFOP die gesetzlichen Vorgaben von Mitgliedstaaten wie Deutschland und Frankreich an, wonach Biokraftstoffe aus Palmöl infolge der «iLUC»-Einstufung von der Anrechnung auf nationale Quotenverpflichtungen oder einer steuerlichen Förderung ausgeschlossen sind.

Zudem sei die Treibhausgas(THG)-Minderungseffizienz laut Evaluationsbericht der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) mit durchschnittlich 77,5% um 10,5% geringer im Vergleich zu Biokraftstoffen aus Abfallölen und -fetten. Diese Rohstoffgruppe verdränge in Deutschland und in der EU das Palmöl.

Das spiegelt sich laut Förderunion auch in den importierten Mengen dieser Rohstoffkategorie wider. Nach Recherchen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) seien diese von 3,64 Mio. Tonnen im Jahr 2023 auf 4,60 Mio. Tonnen in 2025 gestiegen. Beschleunigt worden sei der Verlagerungseffekt durch die in Deutschland inzwischen abgeschaffte Doppelanrechnung bei Verwendung bestimmter Abfallöle und -fette.

Niederland erneut vorn

Wichtigster Importeur von Palmöl in der EU blieben im Wirtschaftsjahr 2025/26 die Niederlande. Eingeführt wurden 1,048 Mio. Tonnen und damit etwa 9% mehr als im Vorjahr. Auf die Niederlande entfielen damit rund 37% der EU-Gesamtmenge. Dies ist allerdings ein verzerrtes Bild, weil Häfen wie Rotterdam und Amsterdam als zentrale Eingangstore für Überseeimporte in die EU fungieren. Ein Teil der Mengen dürfte daher in andere Mitgliedstaaten weitergeleitet worden sein. Allerdings zählen die Niederlande zu den wichtigsten europäischen Standorten der Biokraftstoffproduktion.

Auf Platz zwei der grössten EU-Palmölimporteure steht Italien mit knapp 734’000 Tonnen; gegenüber dem Vorjahr ist das ein Rückgang von 12%. Deutlich erhöht - nämlich um 35% auf 392’000 Tonnen - wurden die Einfuhren hingegen von Spanien, das Rang drei einnimmt. Deutschland, hinter Spanien liegend, steigerte seine Importe um 20% auf 273’000 Tonnen. Diese Zunahme erklärt die Ufop mit dem gestiegenen Bedarf der Lebensmittel- und chemischen Industrie. Auch die Futtermittelindustrie sei ein wichtiger Abnehmer. 

-> Palmöl: Zertifikate Gefahr für Kleinbauern und Umwelt

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