
Pflanzenproteinpräparate im Happy Plant Protein Labor.
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Das finnische Food-Tech-Unternehmen Happy Plant Protein hat einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Kommerzialisierung seiner Technologie erreicht. Wie das Unternehmen mitteilt, entsteht derzeit in Lettland eine neuartige, landwirtschaftsnahe Produktionsanlage für pflanzenbasierte Proteine.
In dieser werde erstmals die patentierte Trockenextrusionstechnologie des Unternehmens im industriellen Massstab eingesetzt. Das Projekt sei das erste seiner Art in Lettland und Europa und ermögliche die Verarbeitung lokal angebauter Feldfrüchte zu hochwertigen Protein-Ingredienzen direkt in der Region.
Ohne chemische Zusätze
In der Anlage werden Hülsenfrüchte und Getreide, darunter Ackerbohnen, Erbsen und Hafer, aus Lettland und dem Baltikum verarbeitet. Das Ziel bestehe darin, Pflanzenprotein näher an die Primärlandwirtschaft zu bringen, Lieferketten zu verkürzen und neue Wertschöpfungsmöglichkeiten für landwirtschaftliche Betriebe zu schaffen. Gleichzeitig stärkt dieses Modell die regionale Proteinversorgung und reduziert die Abhängigkeit von importierten Proteinisolaten.
Ein zentrales Merkmal der Technologie sei ihre Einfachheit, schreibt das Unternehmen. Happy Plant Protein stellt texturiertes Pflanzenprotein in einem einstufigen Trockenextrusionsprozess direkt aus Mehl her. Dabei kommen weder chemische Zusätze noch aufwendige Isolationsschritte zum Einsatz. Zudem werden nur minimale Mengen an Wasser und Energie benötigt. Das Verfahren ist somit nicht nur kosteneffizient, sondern auch besonders nachhaltig und skalierbar.
Produktionsstart für Anfang 2027 geplant
Das Projektvolumen beläuft sich auf rund sechs Millionen Euro (5,52 Millionen Franken) und ist damit ein Bruchteil der Investitionskosten herkömmlicher Pflanzenprotein-Isolatanlagen, die bis zu 150 Millionen Euro (138 Millionen Franken) erreichen können. Der Bau der Produktionsstätte wird etwa ein Jahr dauern, der Produktionsstart ist für Anfang 2027 geplant. Das Vorhaben wird teilweise durch EU-Fördermittel unterstützt.
Die Anlage sei für eine Jahreskapazität von rund 5000 Tonnen Protein-Ingredienzen ausgelegt und richtet sich an Kunden im Baltikum, in Europa und den nordischen Ländern. Das Projekt gilt als beispielhaft für eine dezentrale, nachhaltige und wirtschaftlich attraktive Zukunft der Pflanzenproteinproduktion in Europa.