Der Mohnanbau hat in Afghanistan im vergangenen Jahr ein neues Rekordhoch erreicht. Mit 209'000 Hektar Anbaufläche übertraf die Mohnproduktion in 2013 den Rekordwert von 193'000 Hektar aus dem Jahr 2007.
Dies geht aus einem Bericht des US-Generalinspektors für den Wiederaufbau Afghanistans, John Sopko, hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Rund 80 Prozent der weltweiten Opiumproduktion gehen auf Afghanistan zurück. Nach Einschätzung Sopkos ist ein weiterer Anstieg des Drogenanbaus im laufenden Jahr «wahrscheinlich». Dem Bericht zufolge konnten auch 7,6 Milliarden Dollar, die Washington zur Zerstörung der afghanischen Mohnanbauflächen ausgab, den Trend nicht stoppen.
Durch den Zugang zu erschwinglicher Brunnenbohrtechnologie seien in den vergangenen zehn Jahren 200'000 Hektar Wüste im Südwesten Afghanistans fruchtbar gemacht worden. Davon habe auch der Mohnanbau profitiert. Sopko warnte, die Drogenwirtschaft untergrabe durch Korruption die Legitimität des Staats.
Die US-Regierung geht in Afghanistan seit Jahren mit begrenztem Erfolg gegen den Mohnanbau und die Opiumproduktion vor. Zuletzt liessen die hohen Weltmarktpreisen für Opium und die anhaltende Armut in Afghanistan den Anbau wieder steigen.
Der Anbau von Mohn ist für die Bauern relativ einfach und wirft deutlich grössere Gewinne als herkömmliche Feldfrüchte ab. Oft werden die Bauern aber auch von örtlichen Drogenbaronen gezwungen, für sie Mohn anzubauen.